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Die Lavarella – Piz Lavarela

Ein Gipfel in der Fanes-Gruppe in den Südtiroler Dolomiten ist die Lavarella. Der Berg hat eine Höhe von 3.055 Metern über dem Meeresspiegel und gehört damit zur Familie der Dreitausender, also zu den Gipfeln mit einer Höhe über 3.000 Metern, in Südtirol. Die Lavarella befindet sich am Westrand der Fanesgruppe und ist damit der Hausberg von St. Kassian (auf Italienisch: San Cassiano). Aufgrund der Höhe und dem markanten Erscheinungsbild ist die Lavarella der bekannteste und einer der bedeutendsten Gipfel der Fanes-Gruppe.

In der Nachbarschaft zur Lavarella befindet sich die Cunturines-Spitze, welche von der Lavarella durch die Lavarellascharte – diese liegt auf einer Höhe von 2.885 Metern über dem Meeresspiegel – getrennt wird.

Ein Berg, verschiedene Bezeichnungen

Wer in der Literatur oder in den Wander- bzw. Landschaftskarten nach der Lavarella sucht, der wird sehr schnell feststellen, dass der Dolomitengipfel in den unterschiedlichsten Schreibweisen existiert. So kann man beispielsweise vom „Piz Lavarela“, „La Varella“ oder „Lavarela“ lesen. In älteren Dokumenten wird die Lavarella „Tamers Kofel“ bezeichnet. Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um die älteste Bezeichnung des Gipfels und stammt von dem gleichnamigen Hof, welcher an der Westseite des Berges zu finden ist. „Tamers Kofel“ wurde die Lavarella im Atlas Tyrolensis von Peter Anich bezeichnet; diese Bezeichnung wird heute allerdings nicht mehr verwendet.

Wanderung zum Gipfel der Lavarella

Es versteht sich bei der Höhe der Lavaralle fast schon von selbst, dass man vom Gipfel und der Höhe von mehr als 3.000 Metern einen hervorragenden Rundumblick hat und einem viele der umliegenden Gipfel sprichwörtlich zu Füßen liegen. So kann man vom Gipfelkreuz hervorragend zur Tofana- und Sellagruppe, aber auch zur Marmolata blicken. Ein Aufstieg auf die Lavarella lohnt wegen des einmaligen Panoramas, welches sich bereits beim Aufstieg, aber auch vom Gipfel aus zeigt.

Die Tour zum Lavarella-Gipfel startet im Rautal. Beim Gasthof Pederü geht man entweder über den markierten Fußweg und einer großen Hangverflachung den nur mäßig ansteigenden Weg zum Faneshütte und Lavarellahütte. Alternativ kann man vom Gasthof Pederü auch über einen breiten Fahrweg zur Lavarellahütte gelangen. Es besteht die Möglichkeit, das Hüttentaxi nutzen und sich bis zur Faneshütte fahren zu lassen. Dadurch wird der Aufstieg um etwa zwei Stunden abgekürzt.

Von der Lavarellahütte führt der Steig 12 in Richtung Lavarella-Gipfel und zum Medesc-Joch (wird auch Lavarella-Joch bezeichnet). Das Lavarella-Joch liegt auf einer Höhe von 2.553 Metern. Vom Joch geht es linkerhand weiter, wo ein Wegweiser „Lavarela“ den Weg zum Gipfel weist. Ostwärts geht es weiter bis zu einem steilen Felsgrat. Dieser muss überwunden werden, wobei es sich hier um eine leichte Kletterei handelt. Oben angekommen, geht es in nordwestlicher Richtung auf einer breiten Geröllrampe leicht ansteigend weiter, bis man zu einer kaminartigen Felsrinne kommt. Auch hier geht es dann über ein Stück weiter, welches durch eine mittelschwierige Kletterei überwunden werden muss. Man kommt an einer Scharte im Gipfelgrat an, welche dann zum Gipfelkreuz über ein kurzes, leichtes Stück bis zum Gipfelkreuz führt.

Als Rückweg kann man die Aufstiegsroute in umgekehrter Reihenfolge wählen. Alternativ wählen die meisten den Abstieg, welcher zunächst zu der kleinen Scharte führt, über die man gekommen ist. Weiter geht es über einen Grat zu einer größeren Gratsenke. Von hier empfiehlt es sich, einen Abstecher zum Westgipfel zu machen. Hierfür müssen nur etwa 30 bis 35 Höhenmeter überwunden werden. Von der Senke führt ein Steig südseitig steil nach unten. Dieser Steig ist gut markiert und kann trotz der Steile problemlos zurückgelegt werden. Wenn man an einer weiteren Senke angekommen ist, geht es linkerhand weiterhin auf dem gut markierten Steig weiter, welcher dann auf den breiten Weg 11 trifft. Dieser Weg führt – wieder linkerhand – zur Groß-Fanes-Alm, von hier weiter zum Limojoch und weiter zur Lavarella und Faneshütte, von denen man wieder (den Aufstiegsweg) nach Pederü nimmt.

Es empfiehlt sich, bevor der Gipfel der Lavarella bezwungen wird, im Tourismusbüro des Urlaubsortes die aktuellen Wetter- und Wegbedingungen zu erfragen.

Die Lavarellahütte

Die Lavarellehütte ist ein Schutzhaus, welches ausreichende Übernachtungsmöglichkeiten, entweder in Zimmern oder Lagern, bietet. Das Schutzhaus liegt auf einer Höhe von 2.040 Metern über dem Meeresspiegel und ist immer von Mitte Juni bis Ende Oktober und dann wieder von Ende Dezember bis etwa Mitte April geöffnet. Das Schutzhaus Lavarelle liegt im Naturpark Fanes-Sennes-Prags inmitten der Klein-Fanes-Alm. Oftmals übernachten die Bergsteiger, die den Lavarella-Gipfel erklimmen möchten in der Lavarellahütte und starten mit frischen Kräften von hier ihre Tour.

In unmittelbarer Nähe der Lavarellehütte befindet sich die „Picia Capela de Fenes“, eine im Jahr 2003 erbaute Kapelle. Diese Kapelle wurde dem Heiligen Pater Ujöp Freinademez geweiht.

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