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Zugunglück auf Vinschger-Bahn in Südtirol, Norditalien

Neun Tote und mindestens 28 Schwerverletzte – das ist die Bilanz eines schweren Zugunglücks, welches sich am 12.04.2010 im Südtiroler Vinschgau ereignete. Das Zugunglück passierte zwischen Latsch und Kastelbell in der Latschander und wurde durch eine Mure von 400 Kubikmetern ausgelöst. Die verstorbenen Fahrgäste der Vinschger-Bahn kommen alle aus dem Vinschgau, unter den Opfern befinden sich relativ viele Jugendliche.

Nach dem ersten Lokalaugenschein kam es nach den Ausführungen von Landesgeologe Ludwig Nössing wahrscheinlich aufgrund von Wasserinfiltrationen zu diesem Unglück. Oberhalb der Bahntrasse befindet sich ein Schuttkegel. Auslöser der Mure, die eine Breite von zehn bis 15 Metern hatte war demnach eine defekte Beregnungsanlage. Die Lawine aus Schlamm und Geröll ist in einer Kurve mit hoher Geschwindigkeit auf den Zug gekippt. Dass der Zug nicht in die Etsch stürzte kann zwei starken Bäumen gedankt werden, die den Zug festhielten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich so ein Unglück ereignet ist verschwindend gering. Hätte der Unglückszug nur zehn Sekunden früher die Stelle, an der die Mure abgegangen ist, passiert, wäre kein Unglück geschehen. Wäre der Zug eine Minute später an die Unglücksstelle gekommen, hätte ein Kurzschluss vor der Unfallstelle den Zug ebenfalls blockiert.

Sitzung der Landesregierung abgebrochen

Die Landesregierung von Südtirol, die während einer Sitzung von dem Zugunglück erfuhr, hatte sofort die Sitzung abgebrochen. Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder, Landesrat Richard Theiner und Transportlandesrat Thomas Widmann sind sofort zur Unglücksstelle gefahren, um sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Unglücks zu machen. Zum Unglücksort ist auch der italienische Eisenbahnchef Mauro Moretti und der Minister Matteoli angereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Luis Durnwalder stellte den gut funktionierenden Rettungseinsatz heraus. Die Zeitspanne zwischen der Alarmierung den dem Einsatz der Rettungskräfte war denkbar gering und die Koordination hat reibungslos funktioniert.

Die Vinschgerbahn

Der Betrieb der Vinschgerbahn, deren Anfänge bis in das Jahr 1906 zurückreichen, wurde im Jahr 1990 stillgelegt. Fortan erfolgte der Personenverkehr über Autobusse, die jedoch eine deutliche Zunahme des Straßenverkehrs bedeuteten. Unter Führung der Südtiroler Transportstrukturen AG, kurz: STA wurde die Bahnstrecke der Vinschgerbahn auf den technisch neuesten Stand gebracht. Seit dem Jahr 2005 ist die Vinschgerbahn wieder in Betrieb.

Bei dem verunglückten Zug handelt es sich um den Regionalzug R108. Der Zug startete um 08:20 in Mals und sollte um 09:43 Uhr in Meran ankommen.