Eppan Südtirol

Eppan an der Südtiroler Weinstraße

Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wie alt der südtiroler Ort Eppan wirklich ist. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 590, aber anderen historischen Quellen zufolge hat es Eppan bereits lange vorher schon gegeben. Bis ins Zeitalter der Bronzezeit kann man Spuren menschlicher Besiedlungen zurück verfolgen. Es liegt aber auch günstig für Reisende, damals wie heute, denn das Gebiet oberhalb des Flusses Etsch konnte man gar nicht umgehen auf dem Weg vom Norden zu den Handelspartnern im Süden.

In der Gegemwart sind es überwiegend Touristen, die Richtung Süden unterwegs sind, und die Überetsch bewundern. Überetsch - so nennt man das Gebiet um Eppan heute. Nur wenige Kilometer von Bozen entfernt, zeigt sich Eppan in der Nachbarschaft von Kaltern dem Besucher in seinem ganzen südtiroler Stolz.

Burgen und Ansitze

Zunächst fallen die vielen Burgen auf, denn man befindet sich in der burgenreichsten Region von ganz Europa. Sie erzählen von einer großartigen Historie, welche ganz Südtirol geprägt hat. Wenn man bedenkt, dass in Eppan heute ca. 15.000 Einwohner leben, erscheint die Zahl der kunsthistorisch wichtigen Gebäude und Ansitze um Eppan herum schon beachtlich. Ganze 200 Burgen und Schlösser zählt man, dadurch kommt man auf eine Burg für 65 Einwohner. Aber das ist natürlich nur eine Zahlenspielerei, denn auch Bozen und Kaltern und alle anderen Orte rings um Eppan haben das historische Erbe zu tragen.

Einige Investoren helfen dabei, allen voran der bekannte Bergsteiger und Buchautor Reinhold Messner. Er hat sich gleich das Südtiroler Nationaldenkmal ausgesucht, das Schloss Sigmundskron, in welchem er einen Ort der Begegnung für Mensch und Berg eingerichtet hat.

Sein Museumsprojekt „Messner Mountain“ ist durchaus sehenswert und rechtfertigt einen Abstecher auf der Durchreise.

Die Bewohner von Eppan sind mit großem Erfolg bemüht, ihren schönen Ort für Touristen einladend zu gestalten. Die teils historischen Gebäude werden liebevoll gepflegt und in Schuss gehalten, und der Ort wird mit den Annehmlichkeiten versorgt, auf welche der moderne Tourist Wert legt. Mit einer ebenso traditionell wie modern geprägten Gastronomie überzeugen die Gastwirte ihre Besucher ganz schnell davon, dass Südtirol nicht nur wegen seiner Geschichte und der schönen Landschaft eine Reise wert ist.

Was Eppan so beliebt macht

Schinken, Maroni, das gute südtiroler Fladenbrot, und allem voran das herrliche Obst üben eine konstante Anziehungskraft aus. Das Obst ist es auch, was dem Landstrich heute in seiner wirtschaftlichen Bedeutung eine besondere Stellung verschafft. Südtiroler Äpfel und Trauben sind in ganz Europa beliebt. Die Trauben werden auch gerne in veredelter Form genossen, und so gilt Eppan als ein wichtiges Gebiet für den Anbau von Wein. So ist der herrlich gemütliche Brauch auch in Eppan zu Hause, beim Törggelen einen gut gekelterten Tropfen zusammen mit Schinken und anderen herzhaften Speisen zu genießen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: der Begriff Törggelen kommt nicht vom Torkeln, obwohl sicherlich schon so mancher von einem gemütlichen Törggelen-Abend heimgetorkelt sein mag. Die Torggel ist die Weinpresse, und nach ihr ist dieser nette Brauch benannt. An solchen Abenden erzählt man sich gerne abenteuerliche und sagenhafte Geschichten, die es in und um Eppan herum reichlich gibt.

Die Sagen

Die Schlösser und Burgen sind aber auch ein guter Nährboden für solche Sagen, und so kann man sich mit wonnigem Schauern erzählen lassen, warum es den Frauen von Eppan zu verdanken ist, dass in Kaltern die Unwetterglocke noch unversehrt ist.

Interessant ist auch, was es mit dem Einsiedler im Turm am Hangenden Stein auf sich hat. Wer das Kapuzinerkloster in Eppan besichtigt, wird mit Sicherheit auch hier mit einer anheimelnd-gruseligen Geschichte konfrontiert, denn hier soll lange Jahre ein Geist sein Unwesen getrieben haben, bis er durch die Gebete der Mönche des Klosters erlöst worden ist.

Eppan und die Kunst

Ein perfektes Kontrastprogramm zu solch überlieferten Geschichten stellt Museion und Manifesta 7 dar. Südtirol ist mit großem Erfolg bestrebt, der zeitgenössischen Kunst Rechnung zu tragen. In das Netzwerk für Kunst ist auch Eppan mit verschiedenen Aktionen und Events eingebunden, und hilft so mit, den Dialog zwischen Leben und Kunst zu beleben.

Der ohnehin schon reiche Kulturraum Südtirol erfährt dadurch eine weitere Bereicherung und wird nun auch für einen anderen Personenkreis interessant als Reiseziel, als bisher. Denn in der Hauptsache ist Eppan bei Urlaubern so beliebt wegen seiner günstigen Lage in der Nähe von Bozen und inmitten einer herrlichen Landschaft, die zum Wandern geradezu ideal ist. Besonders im Herbst, wenn die Weinlese und die Apfelernte im vollen Gang sind, ist Eppan in der Rangliste der beliebtesten Urlaubsorte ganz oben zu finden.

Da fast 90 Prozent der Bevölkerung deutschstämmig ist und daher auch Deutsch spricht, muss man wegen der Verständigung keine Sorge haben.

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