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Gossensass, die Marktgemeinde am Brenner

Gossensass, gelegen auf 1.100 Meter über dem Meeresspiegel am Schellenberg, ist der Hauptort der Gemeinde Benner und liegt nicht weit von der Grenze Österreich – Italien, praktisch direkt hinter dem „Brenner“, dem wichtigsten Grenzpass der Alpen. Politisch gesehen gehört Gossensass in die Bezirksgemeinschaft Wipptal, eine der acht Bezirksgemeinschaften des kleinen Alpenlandes.

Obwohl jeder, der auf dem Brenner Richtung Süden unterwegs ist, schon mal bewusst oder unbewusst einen Blick auf Gossensass geworfen hat, ist dieser Ort wohl kaum jemandem bekannt. Das nahe gelegene Sterzing wohl eher. Sterzing ist die einzige Stadt im Wipptal und besitzt eine romantische, kleine Altstadt.

Und möchte tatsächlich jemand bewusst die Ausfahrt nach Gossensass nehmen, kann es passieren, dass man aufgrund der schlechten Beschilderung gleich mal vorbeifährt. Aber bitte nicht aufgeben. Es lohnt sich, einen Abstecher nach Gossensass zu machen.

Der Ort und seine Sehenswürdigkeiten

Gossensass hat seine ca. 1.200 Einwohner und mit seiner barocken Pfarrkirche einen historischen Schatz. Sie wurde im 18. Jahrhundert gebaut. Vorher stand an dieser Stelle die Kirche zum Heiligen Georg. Beim Neubau der heutigen Kirche (Pfarrkirche zur unbefleckten Empfängnis) blieben von der alten Kirche nur der Turm und das Portal stehen. Es sorgt immer wieder für Belustigung, dass der Bauherr der neuen Pfarrkirche ausschließlich mit seinem „weiblichen Bautrupp“ an die Arbeit ging. Nach dem Bauherren Franz Paula Penz wurde diese ungewöhnliche Truppe „die Penzerinnen“ genannt. Im Inneren der Kirche kann man die Deckengemälde eines bayrischen Künstlers mit Namen Matthäus Günther bestaunen. Hierbei soll es sich sogar um eine seiner besten Gemälde handeln.

Ein paar Jahrhunderte älter ist die kleine Barbarakapelle, die sich direkt neben der Pfarrkirche befindet. Ihren Namen hat sie von der angeblichen Schutzpatronin der Bergleute, die ihre Patronin mit dem Bau ehren wollten, nachdem der Bergbau Gossensass eine gewisse Zeit ziemlichen Reichtum gebracht hatte. Doch auch schon Ende des 16. Jahrhunderts war diese glorreiche Zeit vorbei.

Interessant anzusehen sind auch noch die Häuser der Knappen (Bergleute) und das Ibsenmuseum über den bekannten, norwegischen Dichter Henrik Ibsen im Gemeindesaal von Gossensass.

Es war einmal…

Gossensass ist zwar heute weniger bekannt, doch kannte der Ort sehr wohl andere Zeiten.

Im 15. Jahrhundert fand man bei Gossesass Eisen- und Silbererze und das brachte dem Ort unglaublichen Reichtum, der bisher ausschließlich von „Alpenüberquerern“ profitiert hatte, da die Brennerstraße einst direkt in den Ort führte.

Doch so plötzlich der Wohlstand kam, so schnell ging er auch wieder. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts war diese famose Zeit vorbei und Gossensass war kaum mehr bekannt.

Schon zwei Jahrhunderte später hatte sich das Blatt wieder völlig gewendet. Gossensass war durch die Eisenbahn erschlossen und es wurden Thermalquellen gefunden. Neben Meran wurde Gossensass zu einem bedeutenden Kurort, der sogar die Aufmerksamkeit des österreichischen Kaisers Franz Joseph fand. Er erhob das Dorf schließlich zur Marktgemeinde. Luxushotels wurden in Gossensass gebaut und das Geld floss.  Doch auch die zweite Blütezeit war nicht von langer Dauer. Glanz und Gloria gingen mit Beginn des Ersten Weltkrieges.

Die nördlichste Ferienregion Italiens

Heute ist Gossensass wieder eine Ferienregion und zwar die nördlichste Italiens. Sportbegeisterte Menschen lieben dieses Urlaubsgebiet, vor allem Wintersportler. Das nahegelegene beschauliche Skigebiet Ladurns zieht an.

Doch gibt es inzwischen auch und bunte Auswahl für die Sommerfrischler. Klettern Mountainbiken, Wandern, Rafting, Paragliden und der Hochseilgarten Ladurns gehören zu den vielen Angeboten aus Gossensass und Umgebung.