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Barbian Südtirol

Barbian, das Pisa von Südtirol

Barbian ist eine Gemeinde innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal und hat aufgrund seines äußerst schiefen Kirchturms auch schon oftmals den Beinamen „Pisa von Südtirol“ erhalten. Auch wenn man sich nur kurze Zeit in dem Ort aufhält oder durch diesen nur kurz mit dem Auto fährt, eines bleibt auf jeden Fall in Erinnerung: Der Kirchturm der Pfarrkirche, welche sich direkt im Ortszentrum befindet. Doch nicht nur wegen des sehenswerten Kirchturms sollte man den Ort aufsuchen. Wer seinen Urlaub im Südtiroler Eisacktal verbringen möchte, ist in Barbian genau an der richtigen Adresse. Barbian ist nämlich ein beliebter Urlaubs- und Ferienort, welcher hervorragende Freizeitmöglichkeiten in der näheren Umgebung bietet.

Barbian hat knapp 1.700 Einwohner, zur Gemeinde gehört die direkt am Eisack liegende Fraktion Kollmann und die zwei Weiler Saubach und Dreikirchen. Das Barbianer Ortszentrum liegt auf einer Höhe von 830 Metern über dem Meeresspiegel. Der tiefste Punkt des Gemeindegebietes stellt die Fraktion Kollmann dar, welche auf einer Höhe von zirka 450 Metern liegt; der höchste Punkt des Gemeindegebietes von Barbian liegt auf einer Höhe von 2.259 Metern über dem Meeresspiegel.

Nahezu die gesamten Einwohner von Barbian haben Deutsch als Muttersprache. So haben von den Einwohnern 97,5 Prozent Deutsch als Muttersprache. Nur ein geringer Anteil von zwei Prozent haben Italienisch und nur 0,6 Prozent Ladinisch als Muttersprache.

Geschichte von Barbian

Das Gebiet von Südtirol war schon vor sehr langer Zeit besiedelt. Schon vor Jahrtausenden zogen Menschen durch dieses Gebiet bzw. ließen sich hier nieder. Daher reichen die Anfänge des Gemeindegebietes über viele Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück. Funde deuten darauf hin, dass sich Menschen in Barbian schon zwischen 15 vor Christus bis 476 nach Christus niedergelassen haben. Die erste urkundliche Erwähnung von Barbian ließ allerdings noch etwas auf sich warten; erstmals wurde Barbian im Jahr 855 erstmals urkundlich erwähnt.

Der Gemeindename „Barbian“ wurde anscheinend von „Barbius“ abgeleitet. Barbius war ein römischer Landgutbesitzer. Auf Italienisch wird Barbian „Barbiano“ bezeichnet.

Die Geschichte von Barbian ist sowohl auf politischer als auch auf kirchlicher Ebene eng mit der Nachbargemeinde Villanders verbunden. Bereits im 14. Jahrhundert wurde innerhalb der Grafschaft Bozen ein selbstständiges Gericht – das Gericht Villanders – gegründet. Den oberen Teil des Gerichtes bildete Villanders, Barbian bildete das untere Gericht. Über mehrere Jahrhunderte dauerte die Verflechtung dieser heute zwei eigenständigen Gemeinden an. Barbian wurde erst im Jahr 1810 eine eigene Gemeinde.

Ab Oktober 1925 wurde Barbian mit Waidbruck, Lajen und Villanders im Zuge der faschistischen Machtergreifung zusammengeschlossen. Der Sitz der Verwaltung war seinerzeit in Waidbruck. Mehr als drei Jahrzehnte dauerte dieser Zustand an, denn das Gemeindeamt wurde erst im Jahr 1958 wieder nach Barbian zurückverlegt.

Heute ist Barbian eine beliebte Ferien- bzw. Urlaubsgemeinde; der Tourismus spielt für den Ort eine tragende Rolle. Die umliegende Südtiroler Landschaft und die schier unerschöpflichen Freizeitmöglichkeiten locken Jahr für Jahr und zu jeder Jahreszeit zahlreiche Gäste an, die Barbian als Urlaubsgemeinde immer wieder gerne in Betracht ziehen.

Sehenswertes in Barbian

Sie halten sich in Barbian auf oder haben vor, die Gemeinde demnächst aufzusuchen? Dann sollten Sie sich Zeit einplanen, sich folgende Sehenswürdigkeiten anzusehen.

Pfarrkirche von Barbian mit dem schiefen Kirchturm

Direkt im Zentrum Barbians steht die Pfarrkirche Zum Heiligen Jakob. Wann genau die Kirche erbaut wurde, ist nicht genau bekannt. Zwar geht die erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1378 zurück, doch nimmt man an, dass das Gotteshaus schon lange davor erbaut wurde. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche in den gotischen Stil umgebaut; die erneute Weihung erfolge im Jahr 1472. Einen weiteren Umbau erfuhr die Kirche im Jahr 1874; in diesem Jahr wurde die Kirche in den neuromanischen Stil umgebaut. In diesem Stil präsentiert sich die Kirche noch heute.

Für Aufsehen sorgt zweifelsohne der Kirchturm. Selbst wenn man diesem vorerst gar keine große Beachtung schenkt, zieht dieser die Blicke zwangsläufig auf sich. Der Kirchturm steht nämlich derart schief, dass dies absolut auffällig ist. Der Turm ist etwa 37 Meter hoch. Die Turmspitze weicht 1,57 Meter vom Lot ab.

Im Inneren der Pfarrkirche ist eine Kopie der Wechselburger Kreuzigungsgruppe zu finden, welche sich auf dem Hochaltar befindet. Das Rosettenfenster über dem Haupteingang der Pfarrkirche und zwölf Glasfenster, welche Apostelbilder enthalten, sollten in der Kirche ebenfalls besondere Beachtung finden.

Wasserfälle von Barbian

Die Wasserfälle von Barbian sind eine Sehenswürdigkeit des Eisacktales, welche sich keiner entgehen lassen sollte. Über mehrere Felsstufen stürzen die Wassermassen über einen Höhenunterschied von 1.510 Metern in die Tiefe. Der größte Abschnitt der Barbianer Wasserfälle ist der unterste Abschnitt. Hier rauscht das Wasser noch über eine Distanz von 85 Metern in die Tiefe. Das Wasser der Wasserfälle mündet in den Ganderbach, welcher bei der Barbianer Fraktion Kollmann in den Eisack fließt.

Heiliggrabkirchlein

Das Heiliggrabkirchlein von Barbian befindet sich an der Straße, welche nach Barbian führt und liegt unweit des Wohlaufhofes. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde das Heiliggrabkirchlein zeitgleich mit einem Kreuzweg erbaut. Im Jahr 1701 wurde das Heiliggrabkirchlein umgebaut; im Jahr 1983 wurde das Kirchlein saniert.

Bad Dreikirchen

In dem kleinen Weiler von Barbian sind drei Kirchen zu finden, welche sich oberhalb des Hauptortes der Gemeinde befinden. Diese drei Kirchen sind deshalb etwas besonderes, da diese zusammengebaut wurden und daher von außen wie eine Kirche, nur mit mehreren Kirchtürmen, aussehen. Diese besondere Baukombination der drei in sich abgeschlossenen Kirchen lockt jährlich viele Besucher nach Bad Dreikirchen, die hierin eine schöne Wanderung unternehmen. Der kleine Weiler kann nur zu Fuß oder mit dem Taxi erreicht werden. Mit dem eigenen PKW kann man hier nicht anreisen.

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