data-full-width-responsive="true">
Kastelruth

Kastelruth im Schlerngebiet - Castelrotto

Kastelruth, der Ort im Schlerngebiet ist der heute wohl bekannteste Ort am Fuße der Seiser Alm. Mit insgesamt zwölf Fraktionen, die zur Marktgemeinde Kastelruth gehören und zirka 6.400 Einwohnern ist der beliebte Urlaubsort der größte im Schlerngebiet. Auch Seis am Schlern und die Seiser Alm selbst zählen als Fraktion zu Kastelruth.

In einer knappen Autostunde erreicht man Kastelruth von Bozen - der Landeshauptstadt von Südtirol - aus. Und jeder, der sich in der Nähe befindet, sollte sich die Zeit nehmen, den Urlaubsort zu besichtigen. Das Bergdorf hat einiges an Schönheit und Kultur zu bieten, das sich umso mehr den Besuchern zeigt, die mit geöffneten Augen den Ort besuchen. Das Ortsbild erscheint nahezu wie in einem Bilderbuch, wenn man in den Ort hineinfährt. Malerisch schön liegt Kastelruth auf einer Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel und erhält sein unverwechselbares Bild von dem Kirchturm, der über ganz Castelrotto – so der italienische Name von Kastelruth – ragt.

Die bemalten Fassenden von Kastelruth

Kastelruth hat viele Schätze zu bieten. Es ist kaum übersehbar, dass gerade im Dorfzentrum die Häuserfassaden liebevoll bemalt sind.

Insgesamt bleibt festzustellen, dass der gesamte Ort noch die Charakterzüge eines Dorfes aus dem Mittelalter hat. Diese Charakterzüge werden auf der einen Seite durch die eng nebeneinander liegenden Häuser erzeugt, auf der anderen Seite durch die Einheimischen selbst. Denn das gesamte Leben spielt sich vorwiegend am Dorfplatz ab. Dass die Kastelruther noch Tradition „leben“ ist daran zu erkennen, dass bei Festen und auch beim sonntäglichen Kirchgang die Tracht getragen wird. Man kann sagen, dass es die Kastelruther und die Menschen im gesamten Schlerngebiet hervorragend schaffen, Tradition und Moderne zu vereinen und dabei dem Tiroler Stil stets die Treue halten.

Aber kommen wir zurück zu den bemalten Fassaden. Eduard Burgauner, ein Sohn der damaligen Kastelruther Bäckerfamilie Burgauner, hatte sich im 19. Jahrhundert zum Lebensziel gesetzt, aus dem gesamten Ort ein Kunstwerk zu machen. Und so kam es, dass er die Fassaden mit großer Leidenschaft und Hingabe bemalt hat. Teils zieren die Fassaden Bilder aus der Bibel, teils Heiligenfiguren und teils Sprüche, die als Lebensweisheiten dem Betrachter näher gebracht werden. So können die Betrachter zum Beispiel auf der Fassade des Gasthofes „Wolf“ im Dorfzentrum lesen „Schaffen und Streben ist Gottes Gebot. Arbeit ist Leben, Nichtstun der Tod“ oder „Der eine macht´s – Der Andere bedacht´s – Der Dritte verlachts – was machts?“.

Auch wenn Eduard Burgauner sein Lebensziel nicht erreicht hat, alle Fassaden von Kastelruth zu bemalen, kann der heutige Urlaubsort – im wahrsten Sinne des Wortes – auch aufgrund der noch hervorragend erhaltenen Malereien als malerisch schön bezeichnet werden.

Die Kastelruther Spatzen

Seinen Bekanntheitsgrad konnte Kastelruth zweifellos durch die Kastelruther Spatzen enorm steigern. Die Musikgruppe, die bereits Anfang der 1980-er Jahre gegründet wurde und spätestens seit dem Grand Prix der Volksmusik-Sieg im Jahr 1990 zu den erfolgreichsten volkstümlichen Musikgruppen im europäischen deutschsprachigen Raum gehört, lockt heute noch tausende Besucher in ihre Heimat. Stets ihrer Heimat treu, treten die Kastelruther Spatzen in ihrer Heimattracht auf und werben nicht nur mit ihren Liedern um die schöne Landschaft im Schlerngebiet.

Jedes Jahr Mitte Oktober findet das Kastelruther Spatzen-Fest statt, bei dem der Gruppe für die Verkaufserfolge ihrer Tonträger Edelmetall verliehen wird. Das Fest findet in einem der größten Festzelte Europas statt. Unzählige Fans nehmen das Spatzenfest und die Open-Airkonzerte, die jährlich im Juni gegeben werden, zum Anlass, das Schlerngebiet, insbesondere Kastelruth zu besuchen.

Sollte jemand von dem Trubel während der Konzerte Abstand nehmen wollen, empfiehlt es sich, den Urlaub nicht gerade in die Zeit zu legen, während der die Kastelruther Spatzen in ihrer Heimat ein Konzert abhalten. Nicht umsonst hatte schon einmal eine bekannte Boulevardzeitung aus Südtirol während dieser Zeit die Frage gestellt, ob Südtirol denn in Kastelruth liegt.

Der Spatzenladen mit dem integrierten Spatzenmuseum zieht während des gesamten Jahres Sympathisanten und Fans der „Spatzen“ an. Im Spatzenladen, der sich in der Dolomitenstraße befindet, werden die Auszeichnungen, Trophäen und Erinnerungen der Band gezeigt. Andenken und Souvenirs können dann im Spatzenladen erworben werden.

Dom der Dolomiten – Kastelruther Kirche und Kirchturm

Der Kastelruther Kirchturm ist der höchste Kirchturm in Südtirol. Dies ist in Anbetracht der großen Städte wie Bozen, Brixen oder Meran, die in Südtirol liegen, eine bemerkenswerte Nachricht. Aus diesem Grund wird der Kirchturm, der im Vergleich zur Größe von Kastelruth eher überdimensioniert wirkt, auch der „Dom der Dolomiten“ genannt.

Die Kirche ist dem Heiligen Peter und Paul geweiht und die Kirche selbst ist – vom Dorfplatz getrennt – separat vom Kirchturm erbaut. Im Jahr 2007 wurde der Kirchturm umfassend renoviert. Äußerst positiv bleibt hier anzumerken, dass das ursprüngliche Bild nach der Fassadenrenovierung erhalten werden konnte. Interessierte können an Führungen teilnehmen, bei denen Gelegenheit gegeben wird, bis zur Kirchturmspitze empor zu steigen.

Der Kalvarienberg

Etwas oberhalb und südlich von Kastelruth befindet sich der Kalvarienberg. Der Kalvarienberg, der vom Kastelruther Dorfplatz – dem sogenannten Krausplatz – über einen kurzen aber steilen Weg erreicht werden kann, bietet sich vor allem für Besucher an, die nur wenig Zeit zur Verfügung haben. Denn vom Kalvarienberg kann Kastelruth im Schnelldurchgang erkundet werden.

Vom Kalvarienberg hat man einen wunderschönen Rundum-Blick auf Kastelruth und einigen umliegenden Dörfern. Ein Rundweg führt an zahlreichen kleinen Kapellen vorbei, in denen sich hölzerne Figuren befinden, die den Leidensweg Jesu Christi nachstellen. Von daher hat der (Kastelruther) Kalvarienberg, der von den Einheimischen auch einfach nur der „Kofel“ genannt wird, seinen Namen erhalten.

Am Kofel befindet sich auch noch ein Teil des Turmes, der zum damaligen Schloss gehört haben soll. Vom Schloss selbst ist allerdings heute nichts mehr übrig. Dies ist bereits vor langer Zeit zerfallen und war der Ausschlag für die Namensgebung von Kastelruth. Aus dem Lateinischen „Castellum Reptum“ ist der heutige Ortsname entstanden.

Kastelruth und seine Geschichte

Die Geschichte von Kastelruth ist heute nicht genau bekannt. Jedoch bleibt festzuhalten, dass der Ort eine lange Geschichte hat. So wurde in einem Dokument, welches schon aus dem 10 Jahrhundert stammt, Kastelruth erwähnt. In dem Dokument wurde zwischen den Bischöfen von Augsburg und Brixen ein Handelsabkommen geschlossen und darin Kastelruth namentlich erwähnt. Man geht jedoch davon aus, dass der Ort bereits in der Römerzeit gegründet wurde.

Seit dem Jahr 2017: Borghi più belli d´Italia

Eine Vielzahl an Besuchern wird nach einem Besuch von Kastelruth bestätigen können, dass der Ort außerordentlich attraktiv und schön ist. Den offiziellen Titel hierfür bekam die Gemeinde jedoch erst im Jahr 2017 zugesprochen. Seit November 2017 darf sich Kastelruth offiziell als „Borghi più belli d´Italia“ – also als einer der schönsten Orte Italiens – bezeichnen.

Bei „Borghi più belli d´Italia“ handelt es sich um eine private Vereinigung, die 2001 gegründet wurde, welche italienische Orte, Stadtteile und Burgen mit herausragendem historischen und künstlerischen Interesse fördern möchte. Neben dem historischen Dorfzentrum und den mittelalterlichen Gassen trugen auch die bemalten Häuser und die gepflegten Bauernhöfe des Ortes dazu bei, dass der Gemeinde Kastelruth der Titel „Borghi più belli d´Italia“ verliehen wurde.

Die Verantwortlichen von Kastelruth erhielten den Titel am 21.08.2018 in einer Feierstunde auf dem Dorfplatz überreicht.