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Gufidaun

Gufidaun

Wer sich nicht zu den Kennern von Südtirol zählt, wird hinter dem Begriff Gufidaun einen magisch-mystischen Ort aus einem Phantasie-Roman vermuten, einen sagenumwobenen Ort, in dem man sich trotz aller Mystik gut aufgehoben und geborgen fühlt. Nun – so ganz daneben liegt man damit nicht, außer dass es sich um einen durchaus realen Ort in Südtirol handelt.

Gufidaun ist für seine 500 Einwohner ein Zuhause, und für ein Vielfaches an Besuchern und Touristen ein Erholungsort, wie er im Buche steht – vielleicht sogar im Geschichtsbuche, denn Gufidaun hat verglichen mit seiner überschaubaren Größe eine beachtliche Geschichte vorzuweisen.

Über sieben Hügel

Über sieben Hügel erstreckt sich das Gebiet des Dorfes, das erstmalig im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde, damals noch Cubidunes genannt. Romanischen Ursprungs ist nicht nur der Ortsname, sondern auch einige Bezeichnungen von Höfen.

Gufidaun spielte über einige Jahrhunderte hinweg eine herausragende Rolle in politischer und kirchengeschichtlicher Hinsicht und war sogar über eine beachtliche Zeitspanne hinweg Sitz eines Hochgerichts. Bauhistorischer Zeuge dieser Zeit ist das Schloss, welches zeitweise der Adelsfamilie Wolkenstein gehörte. Ein berühmter Spross dieser Familie ist der Minnesänger Oswald von Wolkenstein, der allerdings seiner Biografie zufolge nicht auf dem Schloss in Gufidaun geboren wurde.

Dafür starben dort einige Zeitgenossen einen schlimmen Tod, denn Gudifaun war im 15. und 16. Jahrhundert das Zentrum der Hexenverfolgung. Der Hexenturm auf dem Schloss erzählt noch heute von den Prozessen und Hinrichtungen, nicht nur von als Hexen verurteilten Frauen sondern auch von Mitgliedern der politisch-klerikalen Gruppe der Wiedertäufer. Einige Sagen und Schauergeschichten erzählt man sich und den Touristen noch heute, und man unterstreicht dadurch den mystischen Charakter des Ortes.

Sehenswürdigkeiten

Das Schloss Summersberg ist von seinen heutigen Eigentümern bewohnt und daher nicht zu besichtigen. Genauso verhält es sich mit dem Herrensitz Koburg.

Dagegen nimmt das Dorfmuseum mit seinen interessanten Ausstellungen zum dörflichen und bäuerlichen Leben seine Gäste gern in Empfang. Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, volkstümliches Kulturgut zu sammeln und für die Besucher zugänglich zu machen. Damit soll unter anderem ein Einblick in das Leben der Vorfahren ermöglicht werden, die in Gufidaun und Umgebung lebten (s. auch eigener Beitrag: Dorfmuseum Gufidaun).

Ebenso öffentlich ist das im Besitz der Kommune Klausen befindliche ehemalige Amtshaus. Es beherbergt in alter Tradition öffentliche Räume. Was den Besucher von Gufidaun aber schwerpunktmäßig interessieren wird, ist die gewaltige Natur, die mit ihrer mächtigen Bergkulisse allen Hexengeschichten die Schau stiehlt.

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