Tisens Südtirol

Tisens im Südtiroler Burggrafenamt

Tisens ist eine Gemeinde im Südtiroler Burggrafenamt, welche auf einem Hochplateau zwischen den Städten Bozen und Meran liegt. Das Gebiet bzw. die Talsohle zwischen Bozen und Meran ist eine relative flache bzw. plane Ebene, wo auch die Etsch verläuft. Südlich dieses Etschtals erhebt sich das Plateau, das Tisner Mittelgebirge, auf dem sich auf einer Höhe von 635 Metern über dem Meeresspiegel die Gemeinde Tisens befindet.

Schon bei der Anfahrt nach Tisens erhält man mit zunehmender Höhe einen phantastischen Blick auf das Etschtal mit seinen weiten und grünen Auen. Im Ort selbst können die Gäste und Besucher absolute Ruhe genießen, da dieser abseits des Durchgangsverkehrs liegt. Die herrliche Aussicht einerseits, die in Tisens erlebbare Natur und Kultur andererseits lassen den Ort zu einem beliebten Urlaubsort werden. Es lohnt sich allerdings, den Ort auch einmal dann aufzusuchen, wenn man hier nicht sein Urlaubsdomizil aufschlägt. Denn hier befinden sich einige romantische Burgen, prächtige und daher sehenswerte Kastanienhaine und bunte Obstgärten. Und wer die größte und älteste Weinrebe der Welt sehen möchte, ist hier ebenfalls richtig – denn diese befindet sich in Tisens!

Die Fraktionen

Zur Gemeinde Tisens gehören noch die Fraktionen Prissian, Schernag, Grissian, Naraun und Gfrill und Platzers. Gfrill und Platzers befindet sich am Tisner Gall und sind deutliche nach Westen abgesetzt; diese beiden Fraktionen liegen auch auf einer Höhe von mehr als 1.000 Metern über dem Meeresspiegel. Alle anderen genannten Fraktionen liegen auf dem gleichen Hochplateau wie Tisens und damit etwa 350 Meter oberhalb der Talsohle. Als Hauptort der Gemeinde Tisens zählt neben Tisens auch die Fraktion Prissian. Diese zwei Orte gehören zum Feriengebiet Tisens-Prissian und liegen in der Ferienregion Meraner Land.

Tisens - Prissian

Wer sich für einen Urlaub in Tisens oder Prissian und damit für die Ferienregion Tisens-Prissian entscheidet, der verbringt seine schönste Zeit des Jahres in einem Gebiet, welches schon vor sehr langer Zeit von Menschen besiedelt wurde. Bereits zur Zeit der Römer und damit mehrere Jahrhunderte vor Christus war dieses Gebiet besiedelt. Als erstmals von Tisens berichtet wurde, wurde die Gemeinde noch unter dem Namen „Tesana“ erwähnt; dies war im Jahr 590 nach Christus.

Das Ortsbild von Tisens ist vor allem durch das Panorama der umliegenden Landschaft geprägt. Zudem prägen zahlreiche Bauernhöfe und Schuppen die Gegend. Wer aufmerksam durch die Orte geht, wird die lange Vergangenheit, auf die Tisens und Prissian zurückblicken, schnell feststellen. Denn hier befinden sich zahlreiche Ansitze und Burgen, welche Zeichen dafür sind, dass sich in den vergangenen Jahrhunderten Adelige in Tisens niedergelassen haben. Die große Anzahl an Burgen bzw. Ansitze haben Tisens den Beinamen „Burgendorf“ gegeben.

Sehenswertes

Neben der umliegenden Natur sind in der Gemeinde Tisens vor allem die historischen Gebäude, Burgen und Ansitze sehenswert, für deren Besichtigung man sich bei einem Aufenthalt Zeit nehmen sollte.

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Direkt im Dorfzentrum von Tisens befindet sich die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Diese Kirche wurde im romanischen Stil erbaut. Erstmals wurde die Kirche im Jahr 1194 erwähnt. Im Laufe des 16. Jahrhunderts erhielt das Gotteshaus jedoch gotische Elemente.

Besondere Aufmerksamkeit sollten die Glasgemälde erhalten, welche aus der Augsburger Schule stammen und zu den bedeutendsten von Tirol zählen.

Schloss Fahlburg

Bei Schloss Fahlburg handelt es sich um eine ursprünglich mittelalterliche Wehrburg. Um das Jahr 1600 wurde von den Grafen Brandis der „Turm an der All“ erworben; die Grafen Brandis besitzen das Schloss noch heute. Aus diesem Namen leitete sich später der heutige Name „Fahlburg“ ab.

Die Grafen erweiterten die damals erworbene Burg und hatten hierzu teilweise auf die vorhandenen Burgmauern einen Renaissance-Bau errichten lassen. So wie sich das Schloss heute zeigt, ist es absolut sehenswert. Nicht umsonst zählt die Fahlburg zu den schönsten Renaissanceschlössern von ganz Südtirol.

Das Schloss Fahlburg wird heute als Gasthaus geführt. Hier finden auch regelmäßige kulturelle und literarische Veranstaltungen statt.

Schloss Katzenzungen

Das Schloss Katzenzungen – bzw. Castel Katzenzungen – befindet sich in Prissian und zählt zu den bekanntesten historischen Gebäuden von Tisens. Von dem Schloss wird erstmals im Jahr 1244 unter dem Besitzer Henricus de Cazenzunge, dem das Schloss heute seinen markanten Namen zu verdanken hat, berichtet. Bereits von 16. bis zum 18. Jahrhundert zählte das Schloss unter den Herren von Breisach aus dem Elsass zu den vornehmsten Adelssitzen des Landes. Nachdem das Geschlecht der Herren von Breisach ausstarb, kam dieses in bäuerlichen Besitz und verwahrloste mit der Zeit.

Im Jahr 1978 erwarb das Schloss Katzenzungen die Familie Pobitzer aus Meran. Diese hatte es grundlegend restauriert, sodass es sich heute wieder in einem sehr guten Zustand präsentiert.  Die herrschaftlichen Säle und die getäfelten Renaissancestuben sind ein Grund dafür, weshalb in dem alten Gemäuer kulturelle und gastronomische Ereignisse stattfinden. Als Beispiele sind hier Galaabende, Konzerte, Ausstellungen, Tagungen und Hochzeiten zu nennen.

Die Pfeffersburg – Ruine Casatsch

Die Pfeffersburg wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Die Erlaubnis hierfür wurde von Bischof Konrad II. von Beseno im Jahr 1194 erteilt.

Heute ist die Pfeffersburg zur Ruine verfallen. Da sich die ehemalige Burg auf dem Hügel Kasatsch befindet, wird diese auch „Burg Casatsch“ bzw. „Ruine Casatsch“ genannt.

Schloss Wehrburg

Das Schloss Wehrburg wurde im 13. Jahrhundert errichtet. In den ersten fünf Jahrhunderten waren die Herren von Andrian-Wehrburg die Besetzer des Schlosses. Diese starben jedoch im Jahr 1798 aus.

Die Schlosskapelle der Wehrburg wurde dem heiligen Erasmus geweiht und stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Um die Jahrhundertwende vom 19. in das 20. Jahrhundert hatte das Schloss Wehrburg Albert von Eperjessey, ein ungarischer Graf, erworben und grundlegend restauriert.

Im Jahr 1957 hat Hermann Holzner der Prissianer Mohrenwirt, das Schloss erworben und zum Hotel umgebaut, wozu es auch heute noch genutzt wird.

Schloss Fahlburg

„Turm zu Vall“ – so wurde ursprünglich das heutige Schloss Fahlburg bezeichnet, welches sich in Prissian befindet. Das Schloss wurde im 13. Jahrhundert als Wehrburg im 17. Jahrhundert umgebaut.

Versoaln, größte und älteste Rebe der Welt

Südtirol ist unter anderem für seinen Weinanbau weit über die Grenzen des beliebten Ferienlandes hinaus bekannt. Doch wer die größte und älteste Rebe der Welt besichtigen möchte, der muss in die Gemeinde Tisens fahren. In der Fraktion Prissian in der Nähe des Schlosses Katzenzungen ist die mehr als 350 Jahre alte Rebe zu sehen, welche eine Fläche von etwa 300 Quadratmetern einnimmt. Bei der Rebe handelt es sich um die „Versoaln“. Diese Sorge wurde einst im Vinschgau angebaut und ist vor allem unter dem Namen „Versailler“ bekannt.

Hinweis

Es gibt in Südtirol einen weiteren Ort, der Tisens heißt. Dieser befindet sich im Schlerngebiet und ist eine Fraktion der Marktgemeinde Kastelruth. Näheres zu Tisens im Südtiroler Schlerngebiet kann unter „Tisens, Kastelruth“ nachgelesen werden.

Südtirol-Krimi

In der bekannten Krimireihe „Südtirol-Krimi“ (erhältlich im Athesia-Verlag) des Autors Ralph Neubauer spielt die Gemeinde Tisens eine bedeutende Rolle. Commisario Fameo, die Hauptfigur in der Krimireihe, hat hier den Wohnsitz. Gleich im ersten Band „Rache ist honigsüß“ spielt sich vieles in Prissian und Tisens ab, da sich hier ein zweifelhafter Unfall ereignet hat, welcher sich später als Mord herausstellt.