Schlanders

Schlanders im Vinschgau

Schlanders, Silandro auf Italienisch, liegt im Zentrum des bekannten Urlaubsgebiets und landschaftlich einmalig geschaffenen Vinschgau, der sich im Westen Südtirols befindet. Die Gemeinde ist nach ihrem Hauptort Schlanders benannt und zu ihren Fraktionen zählt neben Schlanders noch Sonnenberg, Nördersberg, Göflan, Kortsch und Vetzan.

Platz an der Sonne

Den Platz an der Sonne hat Schlanders nicht nur als bedeutendster Ort des Vinschgaus, sondern auch aufgrund seiner Lage direkt unterhalb des Sonnenbergs. Ihm wird eine einmalige Flora und Fauna zugeschrieben, da sein Steppenkleid und sein besonderes Klima im alpinen Raum seines gleichen suchen. Es ist eine Freude zu sehen, dass die ansonsten kahlen Hänge mit einem überreichen Pflanzenwachstum gesegnet sind. In Tal nähe befinden sich unzählige Kastanien und auch nicht selten wird Wein angebaut.

Eine spannende Geschichte

Auch an Schlanders ist die Weltgeschichte nicht spurlos vorüber gegangen. Schon 3.200 Jahre vor Christus muss der Vinschgau Interesse geweckt haben, denn eine inzwischen wichtige Persönlichkeit aus dem Altertum, der Ötzi, hatte schon damals dieser Gegend einen Besuch abgestattet. Doch bewohnt muss diese auch schon 3500 vor Christus gewesen sein, da bereits Funde aus dieser Zeit ausgegraben wurden.

Auch der Vinschgau wurde von den Römern erobert und obwohl diese deutlich ihre Spuren hinterlassen haben, kann bis heute nicht genau fest gestellt worden, wo in dieser Gegend die berühmte Via Claudia Augusta ihren Verlauf hatte.

Der Ortsname selbst tauchte zum ersten Mal ausgerechnet in einer Schenkungsurkunde in der Frankenmetropole Nürnberg auf und dies im Jahre 1077. Damals hatte Kaiser Heinrich der IV. dem Brixener Bischof Güter in Schlanders geschenkt, um seine politischen Ziele zu erreichen.

Ein dunkles und blutiges Kapitel der Geschichte in Schlanders ereignete sich Mitte des 16. Jahrhunderts. Es begann als im Jahre 1529 Georg Blaurock, ein bekannter Vertreter der Bewegung der Wiedertäufer, nach Schlanders kam. Die Wiedertäufer wanden sich in ihren Lehren unter anderem gegen die nicht biblisch begründete Kindertaufe und befürworteten die Erwachsenentaufe als eine Glaubenstaufe. Zwar fand er zahlreiche Anhänger, jedoch wurden er und seine Gleichgesinnten grausam verfolgt. Seinen Höhepunkt fand die Verfolgung in der Hinrichtung eines bekannten Täufers in Innsbruck.

Solche furchtbaren Ereignisse gab es, wie anderorts auch, in Schlanders bis zum Ende des 2. Weltkrieges immer wieder. Denn im 17. Jahrhundert wütete die Pest und kostete 1600 Menschen in dieser Gegend das Leben. 1805 wird Tirol bayrisch und so kam es in den folgenden Jahren zu zahlreichen blutigen Aufständen gegen die Besatzung. Einige Bürger aus Schlanders beteiligten sich aktiv an den Freiheitskämpfen unter dem Anführer Andreas Hofer. Im letzten Jahrhundert dann hatte Schlanders – wie vielerorts – zwei Weltkriege, den Faschismus und die Trennung von Österreich zu verkraften.

Die zwei Gesichter

Nur noch wenige ältere Einwohner in Schlanders und wenige Urlauber sind sich dieser langen Friedensperiode seit Ende des 2. Weltkrieges bewusst. Denn dieser Aspekt hat sicherlich keinen geringen Einfluss auf die Entwicklung Südtirols und damit auch Schlanders in den Nachkriegsjahren bis heute.

Die heutige Gemeinde Schlanders zeigt zwei Gesichter. Zum einem wird einem geradezu schwindelig, wenn man die Vielzahl an Brauchtümer betrachtet, welche die Bevölkerung sorgfältig pflegt. Vom Herz-Jesu-Sonntag bis zum Sternsingen, vom Scheibenschlagen bis zum Fasching, vom Erntedankfest bis zum Böllern, vom Martinsumzug bis zur Tradition des Schützenwesens. Die Einheimischen bewahren mit viel Liebe ihre Traditionen. Die Touristen zeigen sehr, sehr großes Interesse an den Tiroler Bräuchen.

Zum anderen präsentiert sich Schlanders auch als eine weltoffene Gemeinde mit einer unglaublich reichen Infrastruktur, woran der starke Tourismuszuwachs in den letzten Jahrzehnten einen großen Anteil hat. Durch moderne Bewirtschaftungsmethoden und auch neu entdeckte Landwirtschaftszeige wie der Obstbau hat sich auch das Bild der Jahrhunderte lang landwirtschaftlich geprägte Gegend verändert. Neben dem boomenden Dienstleistungssektor durch den starken Fremdenverkehr haben sich auch zahleiche Handelsfirmen angesiedelt.

Auch Sportfreunde haben hier ein großes Betätigungsfeld. So hat Schlanders einen Alpen, Fußball-, Tennis-, und Tauchverein. Auch ist ein Reiterhof zugegegen und ein Schwimmclub organisiert. Für die Wintersportler gibt es einen Snowboard Club. Für kulturell Interessierten existiert ein Kulturladen mit sämtlichen gewohnten Angeboten.

Tatsächlich gibt es auch einen Fanclub TSV 1860 München und FC Bayern München.

Sehenswert!

Schlanders ist also einen Besuch wert. Schon der Hauptort selbst erzählt durch die Aneinanderreihung von historischen Gebäuden von seiner ereignisreichen Geschichte. Zu erzählen haben auch die Schlösser und die Kirchen (Schloss Schlandersburg und Schlandersberg, sowie die Pfarrkirche und die Kapuzinerkirche mit Kloster usw.). Doch am lebendigsten und am schönsten und umso einladender sind wie überall in Südtirol die Schönheiten der Schöpfung!

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