data-full-width-responsive="true">
Glurns Südtirol

Glurns, die kleinste Stadt Südtirols

Glurns ist eine von insgesamt acht Städten in Südtirol. Mit ihren etwa 900 Einwohnern und einer Fläche von knapp 13 Quadratkilometern ist Glurns die kleinste Stadt von Südtirol und ist sogar die zweitkleinste Stadt des gesamten Alpenraums.

Die Stadt Glurns – auf Italienisch: Glorenza – liegt auf einer Höhe von 900 Metern über dem Meeresspiegel und befindet sich in der Nähe der westlichen Grenze Südtirols im Vinschgau.

Eine Stadt mit langer Geschichte

Obwohl Glurns im Jahre 2004 ihr 700-jähriges Bestehen feierte, hat die Stadt eine lange Geschichte vorzuweisen. Die ersten Dokumente, in denen Glurns erwähnte wurde, stammen aus dem Jahr 1163. Doch als Stadt wurde Glurns erstmals im Jahr 1304 schriftlich erwähnt. Zu jener Zeit ging es der Stadt relativ gut.

Schon in der Römerzeit war das Gebiet der heutigen Stadt Glurns ein Verkehrsknotenpunkt. Ein Handelsweg in die Schweiz und die Via Claudia Augusta sind hier verlaufen. Die verkehrsgünstige Lage direkt an der Landesgrenze Tirols mit der unmittelbaren Nähe zur Schweiz verhalf der jungen Stadt Glurns zum raschen Aufschwung. Darüber hinaus unternahmen die Landesfürsten der damals aufstrebenden Stadt alles, um das Wachstum der Stadt weiter voranzutreiben. So erhielt beispielsweise jeder, der sich in Glurns niedergelassen hat, eine Steuerbefreiung für die Dauer von zehn Jahren.

Die Schicksalsschläge von Glurns

Glurns hatte einige größere Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Nachdem die Stadt vor allem von der günstigen Verkehrslage profitierte, hatte man vor allem durch die Änderung der Handelsrouten Glurns massiv geschadet. Dadurch, dass man Ende des 16. Jahrhunderts das Eisacktal bei Bozen passierbar machte, versiegten die guten Handelsbeziehungen – der wirtschaftliche Niedergang von Glurns war damit vorprogrammiert.

Plünderungen während des Dreißigjährigen Krieges und zahlreiche Brände musste die Stadt verkraften. Das Feuer vernichtete in den Jahren 1664 und 1732 die Stadt komplett. Neben den Bränden musste Glurns auch mit einigen Hochwassern kämpfen. Eine Überschwemmung aus dem Jahr 1855 ging in die Geschichtsbücher ein. Am 16.06.1855 hatte eine Überschwemmung die Stadt total verwüstet. Die Überschwemmung ging vom Haider See im Oberen Vinschgau aus.

Im Jahr 1906 wurde die Vinschgerbahn eröffnet. Dadurch, dass diese nicht bis nach Glurns gebaut wurde, sondern im benachbarten Mals endete, war der Stadt weiterhin eine positive wirtschaftliche Entwicklung vorenthalten. Glurns lebte daher vorwiegend von der Landwirtschaft. Erst in den 1970er Jahren begann man, die Stadt Glurns zu sanieren und zu revitalisieren.

Sehenswertes in Glurns

Die Stadt Glurns, deren ländlicher Charakter bis in die Gegenwart überwiegt, wurde für die Touristen wieder attraktiv gemacht. Doch auch heute ist Glurns kein typischer Urlaubsort. Nur verhältnismäßig wenige Gästezimmer, gemessen am Anteil der Zimmer in den Nachbargemeinden, sind in Glurns vorhanden. Der Tourismus besteht daher größtenteils aus Tagesbesuchern.

Trotz all der Schicksalsschläge, die Glurns erleben musste, können auch die Tagesbesucher einige Sehenswürdigkeiten in Glurns besichtigen. Sehenswert ist die alte Stadtmauer, die noch vollständig erhalten ist und ein besonderes Merkmal von Glurns ist. Durch die Stadtmauer wird Glurns in die Inner- und Außerstadt gegliedert.

Um in die Stadt Glurns zu kommen, muss man eines der drei Stadttore passieren. Die Innenstadt besteht aus zwei Laubengassen, die sich kreuzen, zum Bummeln und Flanieren einladen und das typische Flair von Glurns widerspiegeln. Kleine Geschäfte laden hier zum Einkaufen ein.

Die im spätgotischen Stil erbaute Kirche Sankt Pankratius ist ebenfalls einen Besuch wert. Bereits im 13. Jahrhundert soll an dieser Stelle eine Kirche erbaut worden sein. Diese wurde jedoch wieder entfernt und im Jahr 1481 die heutige Kirche errichtet.

Heute liegt Glurns – wieder – am Knoten von mehreren wichtigen Alpenpässen. Sowohl der Ofenpass ins Schweizer Engadin und dem Stilfserjoch als auch der Reschnpass von Nordtirol sind hier zu finden. Nachdem im Jahr 2005 die Vinschgerbahn wieder eröffnet wurde, kann auch Glurns mit der Bahn erreicht werden. Die Haltestellte Mals liegt etwa einen Kilometer von Glurns entfernt.

Bildergalerie: