data-full-width-responsive="true">
Graun im Vinschgau

Die Gemeinde Graun im Vinschgau, Südtirol

Die Gemeinde Graun liegt im Vinschgau in Südtirol und damit im westlichsten Teil des beliebten Ferienlandes. Das wohl bekannteste Werbebild der Gemeinde ist das Bild mit dem Kirchturm, der aus dem See ragt. Auch wenn der Ortsname bzw. die Gemeinde an sich nicht zu den bekanntesten von Südtirol zählen – das Bild mit dem Kirchturm ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Die Gemeinde Graun – auf Italienisch: Curon Venosta – hat etwa 2.400 Einwohner. Zur Gemeinde gehören auch die Fraktionen St. Valentin auf der Haide, Reschen (Reschen am See) und Langtaufers. Das Ortszentrum von Graun im Vinschgau liegt auf einer Höhe von 1.520 Metern über dem Meeresspiegel, das gesamte Gemeindegebiet erstreckt sich von einer Höhe von 1.449 Metern bis auf die stolze Höhe von 3.738 Metern über dem Meeresspiegel.

Der See mit seinem halb versunkenen Kirchturm stellt zwar ein Top-Ausflugsziel für zahlreiche Tagesgäste dar. Die Gemeinde ist jedoch auch ein beliebter Ferienort, bei dem Urlaubsgäste beste Bedingungen und zahlreiche Ausflugsziele in der näheren Umgebung vorfinden.

Die geographische Lage

Graun im Vinschgau gehört zur Südtiroler Bezirksgemeinschaft Vinschgau und liegt im Vinschger Oberland. Die westliche Grenze der Gemeinde stellt die Landesgrenze zur Schweiz, die nördliche Grenze die Landesgrenze zu Österreich dar.

Die Fraktion St. Valentin auf der Haide befindet sich südlich von Graun, die Fraktion Reschen nördlich von Graun. Langtaufers befindet sich in nordöstlicher Richtung von Graun.

Insgesamt erstreckt sich das Gemeindegebiet von Graun über eine Fläche von 210 Quadratkilometern und ist damit die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde von Südtirol.

Der Hauptort der Gemeinde hat allerdings mit etwa 350 Einwohnern die wenigsten Einwohner. Der Großteil der Einwohner sind in den umliegenden Fraktionen zu finden.

Während Altgraun den Fluten des Reschensees weichen musste (s. unten: „Geschichte von Graun“), ist heute Neugraun etwas oberhalb und in östlicher Richtung des Reschensees zu finden.

Die Geschichte von Graun

Die Gegend von Graun wurde schon vor etwa 5.000 Jahren besiedelt und damit entwickelte sich das Besiedlungsgebiet über mehrere Jahrtausende. Der Ortsname „Graun“ geht auf einen Hof zurück, der erstmals im Jahr 1147 „Curun apud lacum“ genannt wurde. Dieser Name scheint sich im Laufe der Zeit über „Curun“, „Curaun“, „Chraun“, „Karaun“ und „Grawn“ zum heutigen Ortsnamen weiterentwickelt zu haben.

Das wohl einschneidendste Ereignis von Graun und der gesamten Umgebung war die Flutung von Alt-Graun. Zur Zeit der österreichischen Monarchie gab es die ersten Überlegungen, das Gebiet zur Energiegewinnung zu fluten. Es sollte allerdings noch Jahre dauern, bis das Projekt ernsthaft angegangen wurden. Im Jahr 1939 hatte schließlich der Großkonzern „Montecatini“ offiziell das Projekt eingereicht und geplant, den Reschensee und Graunersee um 22 Meter zu stauen. Hoffnung hatte die Bevölkerung seinerzeit durch den Zweiten Weltkrieg geschöpft, dessen Ausbruch die damals schon begonnenen Bauvorhaben gestoppt hatte. Schon zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden von Montecatini die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

Die damaligen Einheimischen wurden bei dem gesamten Stauprojekt vollständig übergangen. Sämtliche Bemühungen – zu denen sogar eine Vorsprache beim Heiligen Vater in Rom gehörte – blieben komplett erfolglos.

Das alte Dorf wurde im Jahr 1950 vollständig vernichtet. Es wurden der Reihe nach insgesamt 163 Häuser gesprengt und auch die damalige Pfarrkirche blieb nicht verschont. Einzig der Kirchturm der St. Katharina-Pfarrkirche blieb aus Gründen des Denkmalschutzes stehen und ragt aus dem damals neu entstandenen Reschensee, in dem die bis dahin bestehenden zwei Seen (Reschensee, Graunersee bzw. Mittersee) aufgingen. Noch heute erinnert der Kirchturm als Mahnmal an das schreckliche Schicksal, das die Einheimischen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zusätzlich verkraften mussten.

Trotz des massiven Eingriffs in die Landschaft ist das Gebiet rund um Graun bzw. der Obere Vinschgau heute noch ein beliebtes Feriengebiet. Die umliegende Bergwelt bildet das unverwechselbare Panorama, und prägt das malerische Ortsbild. Im Sommer wird das kühlere und angenehme Klima geschätzt, während die Wintergäste sich an den schneesicheren Pisten in der näheren Umgebung erfreuen dürfen.

Sehenswürdigkeiten

Der Reschensee mit seinem versunkenen Kirchturm

Der Kirchturm von Altgraun, der sich aus dem Reschensee erhebt, zählt sicherlich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Graun im Vinschgau.

Entlang des Reschensees führt ein Wander- bzw. Spazierweg, bei dem das einmalige Panorama bestaunt werden kann.

Heimatmuseum Graun

Das Museum Vinschger Oberland befindet sich im alten Gemeindehaus von Graun. In diesem Museum wird die Geschichte der Dörfer Graun und Reschen am See hinsichtlich der Flutung und dem Wiederaufbau dargestellt. Aus den alten Dorfkirchen stammende Figuren und sakrale Gegenstände erweitern die Sammlung des Heimatmuseums.

Die Fraktionen der Gemeinde Graun im Vinschgau

St. Valentin auf der Haide

St. Valentin auf der Haide ist mit fast 900 Einwohnern die einwohnerstärkste Fraktion der Gemeinde Graun. Auf Italienisch wird St. Valentin auf der Haide „San Valentino alla Muta“ bezeichnet.

Die Besiedlung des heutigen Ortsgebietes von St. Valentin auf der Haide begann bereits in der Römerzeit mit dem Bau eines Hospizes. Dieses diente dazu, Wanderer und Reisende, Kranke, Hilfsbedürftige und Arme aufzunehmen. In kurzer Entfernung zum Hospiz wurde damals auch eine Kapelle erbaut, die dem Heiligen Valentin geweiht wurde und damit Namensgeber des heutigen Ortsnamens ist, der Zusatz „auf der Haide“ erschien erstmals im Jahr 1408.

Heute leben die Einheimischen vorwiegend vom Fremdenverkehr, wenngleich die Landwirtschaft ebenfalls noch eine bedeutende Einnahmequelle ist. Diese war in den letzten Jahrhunderten sogar die Haupteinnahmequelle der „Hoader“, wie die Einwohner von St. Valentin auf der Haide in dieser Region genannt werden.

Wer seinen Urlaub in St. Valentin verbringen möchte, der kann aus einer großen Zahl an Gastbetrieben sein Urlaubsdomizil auswählen.

Von St. Valentin auf der Haide führt eine Gondelbahn auf die Haider Alm, die sowohl in den Sommer- als auch in den Wintermonaten ein beliebtes Ausflugsziel ist. Direkt bei der Bergstation startet ein Tellerlift.

Für Wintersportler bieten sich seit dem Jahr 2018 größere Vorteile. Mittels einer Gondelbahn wurde das Skigebiet Haideralm mit dem daneben liegenden Skigebiet Schöneben durch eine neue Gondelbahn zusammengeschlossen. Damit stehen den Wintersportlern in den beiden – zusammenhängenden – Skigebieten insgesamt zehn miteinander vernetzte Aufstiegsanlagen zur Verfügung.

Sehenswertes in St. Valentin auf der Haide

Wer St. Valentin auf der Haide besucht, der kann sich noch das Hospiz ansehen, mit dem die bis heute andauernde Besiedlungsgeschichte des Ortes begann. Heute ist in dem Gebäude ein Altersheim untergebracht.

Ansonsten hat St. Valentin auf der Haide noch einige Gotteshäuser, die besichtigt werden können. Das größte und bedeutendste Gotteshaus ist die Pfarrkirche St. Valantin. Aber auch die Kapelle in Fischerhäuser, die Lourdes-Kapelle in Oberdorf, die Kapelle zur Post und die St. Florian-Kapelle im Dörfl zählen zu den Sehenswürdigkeiten von St. Valentin auf der Haide.

Langtaufers

Flächenmäßig ist die Fraktion Langtaufers die größte Fraktion der Gemeinde Graun im Vinschgau und erstreckt sich über etwa das halbe Gemeindegebiet nordöstlich vom Hauptort. Langtaufers liegt im gleichnamigen Langtauferer Tal. Die nördliche Ortsgrenze von Langtaufers ist die Grenze zu Nordtirol.

Langtaufers – auf Italienisch: Vallelunga – hat etwa 400 Einwohner.

Die Fraktion setzt sich aus mehreren Weilern und Gehöften zusammen und kann mehr oder weniger als Streusiedlung bezeichnet werden.

Mit dem Skigebiet Maseben hat Langtaufers – wenn auch nur ein kleines – eigenes Skigebiet.

Reschen am See

Reschen am See befindet am nördlichen Rand des Reschensees und liegt auf einer Höhe von 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Der Ort – die italienische Bezeichnung lautet „Resia“ – hat etwa 730 Einwohner. In Reschen am See mit der unmittelbaren Nähe zum Reschensee sind zahlreiche Hotels und Pensionen zu finden.

Wer in Reschen am See ist, der sollte sich mit den Bunkeranlagen beschäftigen, welche hier in größerer Anzahl vorhanden sind. Diese sind Zeugen der Geschichte, als Südtirol durch Italien annektiert wurde. Etwas entfernt vom Ortskern können künstliche, aufklappbare Felsen besichtigt werden, hinter denen sich Schießscharten befinden.

Das Wappen der Gemeinde Graun

Im Wappen der Gemeinde Graun im Vinschgau ist der Kirchturm der ehemaligen Kirche St. Katharina zu sehen, wie dieser aus dem Reschensee ragt.

Der Reschenseelauf

Seit 20 Jahren findet immer Mitte Juli der Reschenseelauf statt. Diese Laufveranstaltung zählt zu den schönsten und beliebtesten Läufen von Südtirol. Die Route mit einer Länge von 15,3 Kilometern führt um den Reschensee.

Im Jahr 2019 – der 20. Auflage des Reschenseelaufs – gibt es eine Neuerung: Der Reschenseelauf wird erstmals als Nachtlauf veranstaltet.

Weitere Artikel zum Thema: