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Schloss Neuhaus bei Gais

Oberhalb von Gais im Tauferer Ahrntal befindet sich das Schloss Neuhaus, welches heute zu den bekanntesten Schlössern in dieser Gegend gehört. Sicherlich ist eine Burg bzw. ein Schloss in Südtirol, welches mit insgesamt etwa 350 Burgen als ein sehr burgenreiches Land gilt, nichts Außergewöhnliches. Doch auf Schloss Neuhaus werden heute über das ganze Jahr verteilt Musikveranstaltungen und Freilichtspiele angeboten und Kunstausstellungen gezeigt.

Erreicht werden kann das Schloss Neuhaus von Gais aus in etwa 15 Minuten. Empfehlenswert ist aber auch der Waldweg, welcher von Uttenheim zum Schloss Neuhaus führt. Über diesen Weg benötigt man allerdings etwa eine Stunde, bis man zum Schloss gelangt.

Bewegte Zeiten

Langweilig wurde es für das Schloss Neuhaus nie. Nachdem dieses in der Zeit zwischen 1240 und 1245 von den Herren von Taufers erbaut wurde, sollte es schon wieder zerstört werden. Die Herren von Taufers führten damals gegen die Rodanker einen Streit, so dass der Brixner Bischof Egno vermittelnd eingreifen musste. Bischof Egno gab damals den Befehl, dass die Burg zerstört werden sollte. Allerdings wurde dieser Befehl nie ausgeführt.

Zur Erbauungszeit war das Schloss Neuhaus eine relativ kleine, überschaubare Anlage. Der Platz, auf dem es erbaut wurde, soll schon zu prähistorischer Zeit als Siedlungsplatz genutzt worden sein. Da die Herren von Taufers das Schloss als das „Neue Haus“ errichtet hatten, hieß das Schloss dementsprechend „Neuhaus“.

Im Laufe der Zeit erlebte das Schloss Neuhaus zahlreiche Besitzerwechsel. Ab Beginn des 17. Jahrhunderts verfiel das Schloss mehr und mehr, so dass es um das Jahr 1800 nur noch als Ruine dastand. Im Jahr 1924 wurde durch den Grafen Dr. Cäsar Straßsaldo-Grafenberg die Ruine Neuhaus erworben und komplett renoviert. Aber nicht nur, dass die inzwischen stark verfallene Burg wieder hergerichtet wurde. Im Zuge der Renovierung wurde die einst kleine Anlage vergrößert. In dieser Zeit erhielt die Burg auch ihr Aussehen, wie sich heute noch zeigt.

Burgkapelle

Am unteren Schlossplatz wurde im Jahr 1601 die Burgkapelle Schloss Neuhaus errichtet. Anfang des 17. Jahrhunderts galt dieses als ein beliebter Wallfahrtsort. Die Burgkapelle wurde allerdings auch im Laufe der Zeit immer renovierungsbedürftiger. Die Familie Hofer nahm sich im Jahr 1999 der Kapelle an und ließ diese komplett renovieren.

Oswald von Wolkenstein

Er war ein Ritter, Komponist und Dichter und er hat einen Teil seines Lebens auf Schloss Neuhaus verbracht – Oswald von Wolkenstein. In den 1420er Jahren wohnte er als Pfleger des Görzen auf Schloss Neuhaus. In dieser Zeit entstand auch sein bekanntes dichterisches Werk „Die Jetterin von Lanebach“. Darin beschreibt er einen Vogelfang, welcher sich oberhalb des Schlosses Neuhaus auf dem Berg abspielte. Doch nicht nur ein Vogel, sondern auch die Unkrautjäterin – die Jetterin – ging ihm in die Falle.

Besichtigung und mehr

Das Schloss Neuhaus befindet sich heute im Privatbesitz, wird allerdings von seinem aktuellen „Schlossherrn“ zur Besichtigung angeboten. Und nicht nur das. Wer möchte, kann seine privaten Feiern direkt im Schloss Neuhaus feiern. Damit wird der Feier in den historischen Räumen ein Hauch von Nostalgie gegeben und das Mittelalter erlebbar gemacht. Für Hochzeitsfeiern und Tauffeiern steht sogar eine eigene Burgkapelle zur Verfügung, an die ein Schlossgarten und ein gepflegtes Restaurant angrenzen.