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800 Jahre Geschichte: Die Jaufenburg in Südtirol

Oberhalb der kleinen Ortschaft St. Leonhard im Südtiroler Burggrafenamt erhebt sich die romantische Ruine der Jaufenburg, die jahrhundertelang über den Jaufenpass und das malerische Passeiertal wachte.

Heute befindet sich in dem gut erhaltenen Bergfried eine Außenstelle des Museums Passeier.

Die Burganlage

Seit dem späten Mittelalter wacht die Jaufenburg über Pass und Tal. Die Feste Passeier wurde um 1300 von den Herren von Passeier erbaut. Der älteste Teil der Anlage, der Bergfried, ist zugleich das einzige heute noch erhaltene Gebäude. Er wurde erstmals 1320 urkundlich erwähnt als turn under Jauven.

Im Laufe der Jahre wurde die Anlage immer wieder erweitert und umgebaut – so zeigt der Turm noch heute Spuren einstiger Stufen, Nischen und ehemaliger Durchgänge zu anderen Gebäuden. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurde der ehemals vierstöckige Bergfried um ein weiteres Stockwerk aufgestockt, von welchem man auch noch heute einen atemberaubenden Blick auf die umgebenden Berge und Täler hat. Im vierten Stock des Gebäudes finden sich mehrere gut erhaltene und erst vor wenigen Jahren restaurierte Wandmalereien aus der Renaissance. Sie wurden um 1538 von dem in der Region viel vertretenen Maler Bartlmä Riemenschneider im Auftrag des Bischofs Christoph Fuchs von Fuchsberg geschaffen.

Neben dem Bergfried bestand die Anlage aus zwei Saalbauten, verschiedenen Wirtschaftsgebäuden, einer Schmiede und Kapelle sowie Gartenanlagen. Von diesen Gebäuden sind nur mehr Ruinen erhalten.

Geschichte

Im späten Mittelalter gab es viel Handel zwischen dem Passeiertal und dem Brennerweg. Um diese Handelsrouten angemessen zu schützen und um davon zu profitieren, wurde im 13. Jahrhundert die Jaufenburg von den Herren des Passeiertals erbaut.

Aufstieg und Fall: die Familie Fuchs von Fuchsberg

Im frühen 15. Jahrhundert ging die Jaufenburg auf die Familie Fuchs von Fuchsberg über. Deren Wappen ist heute noch im Bergfried zu erkennen. Die Herren der Burg waren auch die Gerichtsherren des Tals und lange Zeit hatte die Familie in der Region auch darüber hinaus ein hohes Ansehen. So erlangten Vertreter der Familie Ruhm als Landeshauptmann von Tirol oder Bischof von Brixen. Dieses Ansehen ging jedoch auch mit großem Luxus und viel Verschwendung einher, was zunehmend zu Reibereien und offenem Zwist mit der Bevölkerung des Passeiertals führte. Ende des 18. Jahrhundert stürzte ihre Verschwendungssucht die Familie von Fuchsberg in den finanziellen Ruin und sie mussten die Jaufenburg aufgeben.

Verfall und Rettung der Jaufenburg

Während der Koalitionskriege mit Frankreich wurde die Burg schwer beschädigt. Nach ihrer Versteigerung im 19. Jahrhundert war die Anlage dem steten Verfall preisgegeben. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Konservatoren bereits unter der k. u. k. Monarchie mit ersten Restaurierungen der Anlage. 1995 wurde der Bergfried umfangreich gesichert, die Wandmalereien wurden 2000 renoviert.

Die Anlage heute

Der renovierte Bergfried beheimatet seit 2003 Ausstellungen des Museums Passeier über die Geschichte der Burg und das Leben im Gebirgstal. Zudem können die restaurierten Malereien des Renaissancemalers Bartlmä Riemenschneider im vierten Stock begutachtet werden.

Die Jaufenburg ist von St. Leonhard innerhalb einer halben Stunde zu Fuß über den Gerichtsweg zu erreichen. Der Aufstieg ist sehr schön, allerdings auch recht steil. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Auto über den Schlossweg anzureisen.

Das Museum ist von Juni bis September geöffnet und erhebt einen moderaten Eintrittspreis. Gegen Aufpreis sind auch Führungen möglich.

Heilig-Kreuz-Kirche

Unterhalb der Burganlage befindet sich die zierliche Heilig-Kreuz-Kirche, die circa 1531 errichtet wurde. Den spätgotischen Bau schmücken herrliche Fresken sowie die älteste Darstellung der Jaufenburg.

Sonnenrundgang

Wunderschöne Ausblicke genießen können Burgbesucher beim sogenannten Sonnenrundgang. Naturfreunde sollten sich bei einem Besuch der Jaufenburg den etwa 90-minütigen Rundgang nicht entgehen lassen. Von St Leonhard startend über die Hängebrücke zur Jaufenburg und über den Schlossweg und die Heilig-Kreuz-Kirche über die Sonnenhänge zurück in das Dorfzentrum.