data-full-width-responsive="true">
Latzfonser Kreuz

Das Latzfonser Kreuz in den Sarntaler Alpen

Latzfons ist die größte Fraktion der Stadt Klausen im Südtiroler Eisacktal. Nach dieser Fraktion wurde das Latzfonser Kreuz benannt, welches in den Sommermonaten in der höchstgelegenen Wallfahrtskirche von Südtirol beherbergt wird. Zugleich zählt die Wallfahrtskirche zu den höchsten Pilgerstätten von ganz Europa.

Die Sage um das Latzfonser Kreuz

Mit dem Latzfonser Kreuz – auf Italienisch: Croce di Lazfons – ist eine Sage verbunden, mit der erklärt werden soll, wie es zum Latzfonser Kreuz überhaupt gekommen ist. Nach dieser Sage hatte der damalige Pfarrer bereits um das Jahr 1700 den Auftrag erteil, nach einem Herrgottsbild zu suchen. Anlass hierfür war, dass Unwetter und Hagel die Ernte drei Sommer in Folge zerstört hatten. Das Herrgottsbild fand man dann tatsächlich in der Totengruft bzw. Totenkapelle von Latzfons. Dabei handelte es sich um den Schwarzen Herrgott. Dies ist eine Holzskulptur des gekreuzigten Herrgotts – Jesus – welche mit einem Gemisch aus Pech und Ochsenblut bemalt war.

Zunächst wurde der Schwarze Herrgott im Rahmen einer Prozession zum Kaserbild gebracht. Hier sollte es Unwetter abwenden. Allerdings hatten die Leute den Eindruck, dass der Herrgott mit diesem Standort nicht einverstanden war; daher wurde das Kreuz zum Kompatsch gebracht. Am Kompatsch befindet sich heute die Klausner Hütte. Auch dieser Ort schien dem Herrgott zu missfallen, so dass das Kreuz noch weiter nach oben gebracht und unterhalb des Ritzlar aufgestellt wurde. Dieser Platz schien schließlich der korrekte Platz gewesen zu sein.

Der Schwarze Herrgott entwickelte sich schon bald als Magnet für Besucher und Pilger. So kamen hier nicht nur die Hirten der nahe gelegenen Almen her. Auch Besucher aus weiter entfernten Orten suchten den Schwarzen Herrgott an seinem neuen Standort auf.

Kapelle zum Schutz des Kreuzes

Der neue Standort hatte für den Schwarzen Herrgott den Nachteil, dass das Kreuz Wind und Wetter ausgesetzt war. Daher entschloss man sich, eine kleine Kapelle zu errichten. Im Jahr 1743 wurde schließlich zum Schutz des Kreuzes die Kapelle errichtet. Diese Kapelle wurde Mitte des 19. Jahrhunderts baufällig. Daher wurde ab dem Jahr 1867 die Kapelle entfernt und statt dessen eine stattlichere Bergkirche erbaut. Schon im Jahr 1869 wurde diese Bergkirche geweiht. Seit diesem Zeitpunkt wird der Schwarze Herrgott von Latzfons in die Bergkirche getragen. Dies findet im Rahmen einer feierlichen Bittprozession statt, welche jeweils am Freitag nach Fronleichnam zelebriert wird. Die Sommermonate über bleibt der Schwarze Herrgott in der Bergkirche und wird im Oktober wieder nach Latzfons zurück gebracht.

Schutzhaus und Hospiz

Etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde neben der Kapelle, welche zum Schutz des Schwarzen Herrgotts errichtet wurde, von der Gemeinde Latzfons ein Schutzhaus gebaut. Dabei handelte es sich um ein einfaches Hospiz, welches die genügsamen Ansprüche der Pilger mehr oder weniger befriedigte. Dieses Schutzhaus ist im Winter 1850 bis auf die Grundmauern abgebrannt. Man geht davon aus, dass dieses absichtlich in Brand gesetzt wurde. Der Mann, der das Gebäude angezündet haben soll, soll in den Flammen selbst ums Leben gekommen sein.

Aufgrund dessen, dass das Latzfonser Kreuz von den Wallfahrern gut frequentiert wurde, setze sich sowohl das erzbischöfliche Generalvikariat in Trient als auch der Alpenverein Südtirol für den Wiederaufbau ein. Allerdings scheiterte dieses Vorhaben an Geldmangel, sodass die Gemeinde Latzfons sich darum kümmern musste.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Schutzhütte wieder baufällig und musste kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 komplett geschlossen werden. Der zerfallene Bau wurde vom Pfarrer Bartholomäus Terzer für die Pfarrei erworben. Mit Unterstützung der Bevölkerung wurde das noch heute vorhandene Gebäude neu errichtet. Die Weihung des neuen Schutzhauses erfolgte im Jahr 1952.

Die Erreichbarkeit des Latzfonser Kreuzes

Das Latzfonser Kreuz befindet sich zwischen dem Eisacktal und dem Durnholzer Tal auf einer Höhe von 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Erreichen kann man das Latzfonser Kreuz bzw. die Wallfahrtskirche und das Schutzhaus des Kreuzes über den Anstieg, welcher von Latzfons über die Klausner Hütte bis zum Kreuz führt. Bei dem Wegstück zwischen der Klausner Hütte bis zum Latzfonser Kreuz handelt es sich um einen Kreuzweg, der aus insgesamt fünfzehn Stationen besteht. Die Gehzeit von Latzfons bis zum Latzfonser Kreuz beträgt etwa drei Stunden. Ein kürzerer Aufstieg ist möglich, wenn man den Weg vom Parkplatz Kasereck nimmt. Der Parkplatz Kasereck befindet sich bereits auf einer Höhe von 1.959 Metern über dem Meeresspiegel, sodass das Latzfonser Kreuz in etwa eineinhalb Stunden erreicht wird.