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Gilfenklamm

Die Gilfenklamm im Wipptal

In Ratschings im Südtiroler Wipptal befindet sich die Gilfenklamm. Ratschings ist eine Gemeinde, welche in der Nähe der Stadt Sterzing liegt. Bei der Gilfenklamm handelt es sich um ein Naturdenkmal, dem eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Es handelt sich bei dieser Klamm nämlich um eine Marmorschlucht, die in ganz Europa einmalig bzw. einzigartig ist. Bei dem Marmor handelt es sich um einen weißen und weichen Marmor, in den die Wassermassen im Laufe der Zeit die Klamm „geschnitten“ haben.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Österreichische Alpenverein einen Fußweg durch die Gilfenklamm angelegt und diese damit für Besucher erschlossen. Die Erschließung der Klamm nahm die Jahre 1983 bis 1985 in Anspruch, bis die Eröffnung im Jahr 1896 – exakt am 02.08.1896 – gefeiert werden konnte. Die Einweihung erfolgte allerdings erst zwei Jahre später. Aufgrund dessen, dass sich der Österreichische Alpenverein der Erschließung der Klamm angenommen hatte, wurde diese anfänglich „Kaiser-Franz-Josefs-Klamm“ genannt. Doch schon kurze Zeit später setzte sich der Name Gilfenklamm, unter dem die Klamm heute weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt ist, durch.

Die Gilfenklamm ist seit der Eröffnung im Jahr 1896 nicht durchgehend geöffnet. Nach einer Schließung wurde die Klamm durch den Verschönerungsverein von Ratschings wieder instand gesetzt und im Jahr 1961 wiedereröffnet.

Der Name Gilfenklamm hat seinen Ursprung im Vorlateinischen. Aus dem Wort „cophus“, was übersetzt Bucht bzw. Höhlung bedeutet, hat sich über das Alpenromanisch „golfu“ der Name Gilfenklamm entwickelt.

Die Wanderung durch die Gilfenklamm

Jeder, der sich einmal im Wipptal aufhält bzw. die Möglichkeit hat, während einer Durchreise hier eine Rast einzulegen, sollte sich auf jeden Fall einmal die Gilfenklamm ansehen. Zu dieser kommt man von Stange, einer Fraktion von Ratschings. Stange befindet sich am Eingang in das nach Ratschings benannte Tal, dem Ratschingstal. Von Stange fährt beim Gasthaus „Gilfenklamm“ entlang des Raschingser Baches ein leicht begehbarer Weg entlang. Während der Weg im weiteren Verlauf immer enger wird und anfängt, langsam anzusteigen, können bereits die Felshänge bestaunt werden, an denen sich Bäume und Gebüsche festklammern. Über Stufen und Serpentinen führt ein Weg nach oben, bis man in der eigentlichen Klamm ankommt. Hier zeigt sich das ganze Naturschauspiel, das die Gilfenklamm zu bieten hat. Ein Höhepunkt der Gilfenklamm ist die „Kirche“. Mit der „Kirche“ ist ein Trichter gemeint, der eine Tiefe von etwa 15 Metern hat. Durch diesen fallen die Wassermassen eines wuchtigen Wasserfalls in die Tiefe.

Einzigartig ist, dass das Gestein der Gilfenklamm aus einem Marmor besteht. Dieser zeigt sich zumeist als reiner weißer Fels, der durch die Wassermassen glatt geschliffen wurde. Eine weitere Faszination übt der weiße Marmor zudem aus, dass dieser an den überwiegenden Flächen nass ist und daher das Licht spiegelt bzw. richtig glänzt. Teilweise zeigt sich der Marmorfels aber auch grünlich schimmernd.

Am Ende der Gilfenklamm gelangt man direkt bei dem Gasthaus „Jaufensteg“ an. Dieses Gasthaus liegt auf einer Höhe von 1.149 Metern über dem Meeresspiegel an der Ratschingser Straße. Wer möchte, kann sich in diesem Gasthaus stärken. Für den Rückweg kann man entweder den gleichen Weg nehmen, den man gekommen ist. Alternativ kann man aber auch den Rundweg, von dem der Weg durch die Gilfenklamm ein Teil ist, weitergehen. Hierzu geht man bis zum Burghof, passiert dann die Ruine Reiffenegg und gelangt wieder zurück nach Stange.

Für die Durchwanderung der Gilfenklamm benötigt man etwa 45 bis 60 Minuten Gehzeit. Es handelt sich bei dem Weg um einen relativ leicht begehbaren Weg, der keine besonders herausragende Kondition abverlangt. Da es in der Klamm sehr feucht ist und der Marmorboden streckenweise glatt sein kann, empfiehlt sich ein gutes Schuhwerk zu tragen.

Die Gilfenklamm ist von Anfang Mai bis Ende Oktober für Besucher und Interessierte geöffnet. Zur Erhaltung der Wege wird eine geringe Gebühr verlangt, wenn man in die Klamm möchte.

Der weiße Marmor

Das Marmorgestein wird bereits seit dem Römischen Reich im Ratschingstal abgebaut. Noch heute wird dieser herrliche Stein abgebaut und kam in bekannten Gebäuden zum Einsatz. So wurde der weiße Marmor beispielsweise im Schloss Schönbrunn in Wien und in der Innsbrucker Hofkirche verbaut.

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