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Haderburg

Die Haderburg in Salurn

Hoch über Salurn im Südtiroler Unterland befindet sich die Haderburg, eine der ältesten Burgen Südtirols. Die Haderburg wird manchmal auch Schloss Salurn bezeichnet und befindet sich auf einem steilen Kalkstein-Felsen, welcher sich in den Geierswänden – also in den Wänden des Geiersberges – befindet. Die Haderburg ist eine Burgruine aus dem Hochmittelalter. Die Lage der Burg direkt an der Grenze vom deutschen zum italienischen Sprachraum und zugleich an der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung bringt es mit sich, dass die Geschichte Tirols und des Unterlandes eng mit der Geschichte der Haderburg verflochten ist.

Die Geschichte der Haderburg

Die konkrete Erbauungszeit der Haderburg ist nicht bekannt. Allerdings wird die Haderburg bereits im Jahr 1053 in einem Reisebericht erwähnt. Damit stammt die Burg aus dem Hochmittelalter und wurde im Zuge der ersten Burgenbauperiode erbaut. Wer sich die Haderburg in Salurn also ansieht, kann die älteste Burg des Landes Südtirol besichtigen.

Als die Haderburg erbaut wurde, wurde zunächst der Burgfried mit einem Palas und einer Umfassungsmauer errichtet. Dies fand unter erschwerten Bedingungen statt. Schließlich musste das Baumaterial der Haderburg – der Porphyrstein – erst auf die ansehnliche Höhe auf dem Felskopf transportiert werden.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam die Haderburg in den Besitz – welche bis dahin den Grafen von Eppan gehörte – von den Grafen von Tirol. Die Grafen von Tirol, das Adelsgeschlecht Merans – hatten von der Haderburg aus nahezu das Unterland vollständig erobert. Im Jahr 1284 wurde Meinard II. von Görz-Tirol Eigentümer des Schlosses. Eine Belagerung der Haderburg erfolgte im Jahr 1349 durch Ludwig von Brandenburg, welcher dann auch die Burg gebrochen hatte.

Einen Erweiterungsbau erfuhr die Haderburg unter dem Habsburger Kaiser Maximilian I. im Jahr 1514. Dieser veranlasste, dass die Haderburg an der Bergseite erweitert wurde. So wurde sowohl eine Festung gebaut als auch weitere Ausbauarbeiten an der Burg vorgenommen. Aus dieser Zeit stammen Sperrmauern, Bastionen und Rondelle, welche den Feuerwaffen stand hielten. Nur einige Jahrzehnte danach verlor die Haderburg ihre Geltung aus strategischer Sicht. Sie wurde nicht mehr bewohnt, wodurch diese auch in der Folgezeit mehr und mehr verfallen ist.

Ab dem Jahr 1648 befindet sich die Haderburg im Eigentum der Grafen Zenobio-Albrizzi und damit von mächtigen venezianischen Grafen, welche mehrere Burgen in Südtirol und im Trentino ihr eigen nennen können.

In den Jahren von 2001 bis 2003 wurde die Haderburg auf Veranlassung des aktuellen Eigentümers, von Baron Ernesto Rubin de Cervin Albrizzi, mit Hilfe des Landes Südtirol und der Stiftung Südtiroler Sparkassen restauriert. Seitdem kann die Haderburg wieder besichtigt werden.

Besichtigung der Haderburg

Auf die Haderburg führt nun direkt von Salurn ein steiler Weg – der „Weg der Visionen“ – mit einer Länge von knapp 900 Metern. Die Haderburg ist von April bis Oktober freitags bis sonntags, jeweils von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Hier erwartet den Besuchern neben der Möglichkeit, die historischen Gemäuer näher zu betrachten, auch ein herrlicher Blick auf die umliegende Gegend. Die bewirtschaftete Burgschänke im offenen Burghof lädt die Besucher zum Verweilen ein.

Darüber hinaus finden in der Haderburg kulturelle Veranstaltungen statt. Die genauen Termine und welche Veranstaltungen konkret stattfinden, sollten im Tourismusbüro in Salurn erfragt werden.

Die Sage vom alten Weinkeller

In Salurn erzählt man sich heute noch die Sage, welche sich im Jahr 1688 hier tatsächlich ereignet haben soll. Schauplatz der Sage „Der alte Weinkeller bei Salurn“ ist die Haderburg bzw. das Schloss Salurn (castello salurna). Die Sage berichtet von einem Bürger namens Christoph Patzeber, welcher in einem Keller der Burg Weinvorräte entdeckt und sich über ein Jahr an diesen bedient hat. Nachdem er von seinen Nachbarn angezeigt wurde, musste ihn das Gericht freisprechen, da er sich den Wein nicht unrechtmäßig geholt hatte. Allerdings wurde er, nachdem er nach seinem Freispruch abermals zu dem Keller der Haderburg ging, von unsichtbaren Händen fast tot geschlagen. Den Wein musste er schließlich mit seinem Leben bezahlen, da er nur zehn Tage nach seinem Freispruch verstarb. Die Sage vom alten Weinkeller haben sogar die Gebrüder Grimm aufgegriffen und in der Sammlung „Deutsche Sagen“ niedergeschrieben. Diese ist im ersten Band unter der Nummer 15 zu finden.

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