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Südtiroler Almwirtschaft

Die Almwirtschaft in Südtirol

Was wäre Südtirol ohne seine vielen und teilweise auch bekannten Almen? Zahlreiche Urlauber kommen gerade wegen der einmaligen und unverwechselbaren Almen nach Südtirol, um hier die Natur, umgeben von der traumhaften Berglandschaft, während ihrer schönsten Zeit des Jahres zu erleben. Doch nicht nur aus touristischer Sicht haben die Almen eine hohe Bedeutung. Auch aus wirtschaftlicher Sicht und aus Sicht der Landschaftspflege sind die Almen ein nicht wegzudenkender Teil Südtirols.

Heute kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Almwirtschaft bereits im Mittelalter betrieben wurde. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass die Almen in der Vorzeit genutzt wurden.

Die Verwendung und Bedeutung der Almen

Das Land Südtirol, das nördlichste Ferienparadies in Italien, besteht zu einem Drittel aus Almflächen. Etwa die Hälfte des gesamten Viehbestandes Südtirols wird in den Sommermonaten auf die Almen gebracht. Und dies sind jährlich um die 95.000 Stück Vieh.  Allein diese Zahlen drücken die enorme Bedeutung der Almen für das Land eindrucksvoll aus. Dadurch, dass das Vieh während der Sommermonate auf die Almen gebracht wird, erfahren die Landwirte im Tal eine große Entlastung, also genau zu jener Jahreszeit, in der der größte Arbeitsaufwand von den Bauern bewältigt werden muss. Dass das Almleben den Tieren zu einer besseren Gesundheit verhilft, versteht sich von selbst.

Aber auch, was die Regulierung des Wasserhaushalts betrifft, spielen die Almen eine wichtige Rolle. Sie vermindern den Oberflächenabfluss des Wassers und erhöhen die Speicherkapazität des Bodens. Dies hat zur Folge, dass damit gleichzeitig die Erosion vermindert wird. Und wer schon einmal auf einer der vielen Almen Südtirols war, hat schnell festgestellt, dass die Almflächen eine besonders große und breite Artenvielfalt zu bieten haben.

Sage und schreibe 1.733 Almen gibt es in Südtirol, von denen sich drei Viertel davon in Privatbesitz befinden. Das restliche Viertel sind Gemeinschaftsalmen, welche in den meisten Fällen sehr alte Almrechte aufweisen. Um diese Almrechte gab es in der Vergangenheit immer wieder große und meist auch lang andauernde Streitigkeiten. In diesem Zusammenhang wird meist der Almstreit genannt, welchen die Villanderer mit den Rittnern führten und der 500 Jahre angedauert hat. Das Ergebnis dieses Almstreits ist eine Steinmauer, welche seit dem Jahr 1823 die Almrechte der beiden Gemeinden regelt.

Melkalmen und Galtalmen

Als Melkalmen bezeichnet man jene Almen, auf die das Melkvieh gebracht wird. Die Genossenschaftsalmen, welche vor allem im Südtiroler Vinschgau vorzufinden sind, sind besonders interessant. Hier werden die Rinder auf die Alm gebraucht und von Hirten, Senner und Melker beaufsichtigt. Täglich werden die Tiere zusammengetrieben und deren Milch für die Herstellung des Almkäses verwendet. Die Almbauern teilen sich diesen Käse am Ende eines Sommers untereinander auf.

Meist handelt es sich bei den Südtiroler Almen jedoch um Galtalmen. Diesen Namen haben die Almen erhalten, da diese Galt-Vieh vorhalten. Darunter versteht man die weiblichen Rinder bis zum ersten Abkalben und die Stiere und Ochsen bis zum Alter von zwei Jahren. Da die meisten Almen über einen sauren Boden mit wenigen Nährstoffen für das Melkvieh verfügen, eignen sich diese Almen nicht als Melkalmen. Ein wesentliches Merkmal der Galtalmen ist, dass diese keine Infrastruktur aufweisen. So gibt es auf diesen Almen keine Sennerein und auch keine Ställe, sodass die Tiere den Sommer immer im Freien verbringen müssen. Beaufsichtigt werden die Tiere von Hirten. Gerade jene Galtalmen haben das typische Südtiroler Almbild geprägt.

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