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Bahn

Es gibt wieder eine direkte Zugverbindung von Russland nach Südtirol

Endlich ist es wieder soweit: Nach beinahe hundert Jahren, genauer 96 Jahren, ist am 25. September 2010 wieder ein Zug direkt aus Russland in Bozen, Südtirol eingetroffen.

Jede Menge Südtiroler Prominenz war anwesend, als der Zug in den Bahnhof einfuhr. So gehörte der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder, der Südtiroler Landesrat Thomas Widmann und Merans Bürgermeister Günther Januth zu dem Empfangskomitee, das ca. um acht Uhr morgens den Zug aus Russland, der dort am Donnerstagabend in Moskau gestartet war, mit einer Stunde Verspätung willkommen hieß. Gemeinsam mit den Vertretern der Meraner Borodyne-Stiftung und der böhmischen Stadtkapelle Bozen begrüßten sie mit Freude die Gattin des Präsidenten der russischen Eisenbahnen und eine Delegation von russischen Unternehmern und Politikern, angeführt von Senator Sergey Sheblygin.

Lange Vorarbeit und lobende Worte

Schließlich war dieser Augenblick ein lang ersehnter, so der Tenor der Worte von Landeshauptmann Luis Durnwalder, auf den Südtirols Spitzenpolitiker über einen längeren Zeitraum hingearbeitet haben. Viele Gespräche wurden mit dem Präsidenten der russischen Eisenbahnen, Vladimir Jakunin, geführt. Zudem erörterte der Landeshauptmann die hohe Bedeutung dieser Verbindung für die menschlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und seinem kleinen Alpenland, die hiermit noch weiter vertieft werden können. So sprach er darüber, dass ihr Ziel, eine günstige Verbindung zwischen Ost und West zu schaffen, mit dieser neuen Zugverbindung gelungen sei.

Auch Landesrat Thomas Widmann scheint von dem Erfolg des neuen Zuges überzeugt  und schloss sich den Reden Luis Durnwalders an, indem er die Einführung dieser neuen Direktverbindung als ein Zeichen der Freundschaft Russlands mit Südtirol bezeichnete. Er wies darauf hin, dass die Zugstrecke nach ihren bekannten Vorbildern geplant wurde, wie beispielsweise der Orientexpress. Er stellte damit die Besonderheit dieser Verbindung heraus, die Modernes mit Nostalgischem verbindet.

Die Fakten

Einmal wöchentlich rollt nun der Zug von Moskau über Bozen nach Nizza. So kann man am Samstagmorgen vom Bahnhof Bozen aus Richtung Nizza starten und am Montagmorgen Richtung Moskau in Bozen zusteigen. Ganze 3279 Kilometer rollt der Zug von Russland aus über Polen, die Tschechei, Österreich, Italien bis nach Frankreich. Dies bedeutet eine Fahrzeit von ca. 52 Stunden mit insgesamt 22 Haltestellen. Nach Informationen des Nachrichtensenders Südtirol Journal kostet das einfachste Ticket 306 EUR pro Person.