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Eislöcher Eppan

Die Eislöcher am Südtiroler Gandberg

Am Südtiroler Gandberg ist ein Naturphänomen zu beobachten, um das sich Mythen und Sagen ranken. Etwas oberhalb von Eppan bildet sich in einer Mulde ein Eisloch. Auf einer Größe von 200 Meter Breite und 40 Meter Länge hat sich ein Areal besonderen klimatischen Verhältnissen und mit einer ungewöhnlichen Vegetation ausgebildet.

Am Rand des Kältegebiets herrschen konstant zwischen 0 Grad und 5 Grad Celsius, was den Besuch besonders im Sommer zu einem besonderen Erlebnis macht.

Um dem Phänomen der lokalen Kaltluftgebiete auf die Spur zu kommen, bedarf es einer Betrachtung der Landschaft. Der Gandberg besteht aus Quarzporphyr, der im oberen Bereich stark zerrüttet ist. Ein Blick in die Spalten zeigt Schnee und Eiszapfen im Inneren der Lücken. Aus der Nähe ist ein ständiger Luftstrom zu spüren. Und genau die Luftbewegung ist die Ursache für einen physikalischen Effekt, der sich Windröhre nennt.

Warme Luft strömt in den Felsen hinein und wird durch die winterlichen Temperaturen im Inneren abgekühlt. Die kühle Luft sinkt nach unten und strömt dort wieder aus dem Felsen hinaus. Dieser Effekt findet in vielen Bergregionen statt und wird unter Höhlenforschern als konvektive Luftbewegung bezeichnet. Die Besonderheit an den Eislöchern – auf Italienisch: Buche di Ghiaccio – bei Eppan ist, das sich die kalte Luft in einer Mulde sammelt, die in einer Höhe von 500 über dem Meeresspiegel liegt. In dieser Mulde herrschen Bedingungen, die üblicherweise erst auf einer Höhe von 1200 Metern über dem Meeresspiegel zu finden sind. Die Eislöcher liegen in einem geschützten Biotop und in der warmen Jahreszeit ist der Temperaturunterschied besonders gut zu spüren.

Die Wanderung zu den Eislöchern

Für eine Wanderung hinauf zu den Eislöchern bietet sich Eppan als Start an. Der Weg führt entlang der Wanderung mit den Markierungen 7A und 15. Die Wanderung beginnt am Hauptplatz St. Michael und führt in südlicher Richtung über den Wanderweg 7A vorbei am Schloss Gandegg bis zum Stroblhof. Weiter geht es Richtung Süden auf dem markierten Weg 15, an dem die Eislöcher liegen. Schon an dieser Stelle ist der Kaltluftsee zu spüren. Eine wunderschöne, grüne Waldlandschaft mit weichem und sattem Moos erwartet den Wanderer. Es ist eine märchenhafte Landschaft, die an die Mythen denken lässt, die sich um das Kältephänomen ranken. Zurück geht es die Wege in umgekehrter Reihenfolge. Die Tour hat einen mittleren Anspruch und dauert zwischen 2 und 2,5 Stunden, der Aufstieg geht über 166 Höhenmeter. Unterwegs steht der Stroblhof als Einkehrmöglichkeit zur Verfügung. Die Wanderwege sind zum Teil von Weibergen gesäumt, die im Herbst für einen besonders schönen Eindruck sorgen. Die Eislöcher von Eppan sind eine Sehenswürdigkeit für ganze Familie.

Eislöcher auch im Südtiroler Schlerngebiet

Die Eislöcher bei Eppan sind nicht die einzigen Eislöcher in Südtirol. Auch im Südtiroler Schlerngebiet am Fuße der Seiser Alm gibt es in der Kastelruther Fraktion St. Oswald Eislöcher. Näheres hierzu kann unter: Eislöcher im Schlerngebiet nachgelesen werden.

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