data-full-width-responsive="true">
Corvara Südtirol

Corvara – Kurfar – Corvara in Badia

Corvara – Kurfar – Corvara in Badia: Diese Namen können auf dem Ortsschild des bekannten Ferienortes im Südtiroler Gadertal gelesen werden. Das Gadertal selbst befindet sich direkt beim bekannten Sellamassiv und ist eines der insgesamt fünf Täler, die sich um diesen Dolomitenstock erstrecken.

Dass auf dem Ortsschild der Ortsname gleich in drei Sprachen zu lesen ist, hat damit zu tun, dass es sich um eine ladinische Gemeinde handelt. In Corvara sprechen fast 90 Prozent der Bewohner Ladinisch. Die Einwohner, die Deutsch (3,4 Prozent) und Italienisch (6,8 Prozent) als Muttersprache haben, sind damit die absolute Minderheit. Folgerichtig handelt es sich bei dem zuerst abgedruckten Ortsnamen um die ladinische Ortsbezeichnung von Corvara. „Kurfar“ wird Corvara auf Deutsch und „Corvara in Badia“ auf Italienisch bezeichnet. Der Ortsname „Corvara“ soll vom lateinischen Wort „corvus“ abgeleitet worden bzw. entstanden sein. Corvus bedeutet übersetzt „Rabe“, was bedeuten würde, dass es sich beim Ort um den Ort der Raben handeln würde. Bedenkt man, dass sich Corvara inmitten der Dolomiten befindet und dass die Raben in der Bergwelt zu Hause sind, scheint diese These äußerst plausibel.

Insgesamt zählt die Gemeinde Corvara mit den dazugehörigen Fraktionen Kolfuschg und Pescosta etwas mehr als 1.300 Einwohner. Auf den Ort Corvara entfallen von diesen 1.300 Einwohnern 308 Einheimische; die weiteren Einwohner wohnen in Kolfuschg und Pescosta.

Der Hausberg von Corvara ist der Sassongher, welcher sich am nördlichen Rande des Orts mit einer Höhe von 2.556 Metern befindet. Corvara selbst liegt auf einer Höhe von 1.568 Metern über dem Meeresspiegel.

Corvara und das Gadertal

Das aus verkehrstechnischer Sicht in der Vergangenheit schwerzugängliche Gadertal brachte es mit sich, dass die Einwohner hier das Ladinische über viele Jahrhunderte hinweg bis zum heutigen Tag erhalten konnten. Bei der ladinischen Sprache handelt es sich um eine Sprache, die aus dem Rätischen und Volkslatein schon vor 2.000 Jahren entstanden ist.

Mit der Erschließung des Gadertales begann vor allem für Corvara auch der Tourismus. Es hat sich bereits Ende des 18. Jahrhunderts sehr schnell herumgesprochen, dass Bergliebhaber hier inmitten der Dolomiten ein wahres Paradies vorfinden. So kann heute wohl jeder Besucher und Urlauber Corvaras nachvollziehen, dass Sylvester Stallone bei den Dreharbeiten zum Actionfilm „Cliffhanger“ den Dolomiten anstatt den Rocky Mountains den Vorzug gegeben hat. Corvara profitiert aufgrund seiner unbegrenzten Möglichkeiten, seine Freizeit in den Bergen zu verbringen, vom Tourismus. Die Keimzelle des Fremdenverkehrs im Gadertal ist mit Abstand die Gemeinde Corvara. Und hier wird auch alles dafür getan, dass sich die Gäste rundum wohl fühlen.

Wer seinen Urlaub in Corvara verbringen möchte, der findet ein vielfältiges Angebot an Unterkünften vor, die von der einfachen Pension bis hin zum gehobenen Luxushotel reichen. Zahlreiche Bars, Cafés und Restaurant runden das Angebot für die Gäste ab. In diesem Zusammenhang sollte jedoch auch angemerkt werden, dass Corvara gerade wegen des boomenden Fremdenverkehrs vieles tut, um wie ein schmuckes Bergdorf zu wirken. Für manchen sind die im Tiroler Stil bemalten Häuserfassaden und Häuserdekors zu übertrieben, sodass diese nicht in ein historisch gewachsenes Ortsbild passen.

Das auf einen Einwohner Corvaras – statistisch gesehen – jährlich 500 Übernachtungen kommen, spricht für sich und zeigt, dass der Fremdenverkehr hier der Wirtschaftszweig Nummer eins für die Einheimischen ist.

Der Urlaub in Corvara

Die Gemeinde Corvara kooperiert mit den Orten Wengen und Abtei und stellt für die Gäste als Ferienregion Alta Badia ein umfangreiches Freizeitangebot zur Verfügung. Egal, ob Sommer oder Winter – Corvara ist zu jeder Jahreszeit ein Top-Urlaubsort. So kommen alle Bergliebhaber, die im Sommer wandern, klettern oder bergsteigen möchten hier voll auf ihre Kosten. Welche unbegrenzten Möglichkeiten die umliegenden Dolomiten bieten, stellt man spätestens dann fest, wenn man sich eingehender damit beschäftigt. Auch alle Paraglider, die sich die Dolomiten aus der Luft ansehen möchten, sind hier genau richtig. So kann man in den Sommermonaten zahlreiche Paraglider sehen, die um den Sassongher in luftiger Höhe ihre Kreise ziehen und das Panorama genießen.

Ein Biotop-Badesee, ein Golf- und Tennisplatz sind weitere Freizeitangebote, die für die Besucher im Sommer offenstehen.

Corvara wird aber auch vor allem von Wintersportlern geschätzt. Direkt vor der „Haustüre Corvaras“ steht mit der bekannten Sella Ronda ein wahres Skiparadies zur Verfügung. Im Rahmen der Sella Ronda kann man das Sellamassiv auf bestens präparierten Pisten umrunden. Die Pistenlänge beträgt insgesamt 40 Kilometer. Zudem gehört die Sella Ronda dem Skiverbund Dolomiti Superski an.

Sehenswertes in Corvara

Wer Corvara einmal besucht, der sollte sich auch die Sehenswürdigkeiten ansehen. Als Sehenswürdigkeit kann man schon den Ort Corvara selbst besichtigen. Wer dies tun möchte, dem wir empfohlen, die Streda de Col – die Hauptstraße von Corvara, an der sich auch das Touristenbüro befindet – nach oben zu gehen. An der Stelle, an der die Straße nach rechts führt, hat man einen schönen Blick auf Corvara, den Hang von Pescosta und die dahinter aufragenden Felswände des Sassongher.

Pfarrkirche St. Katharina

Corvara hat zwei Kirchen. Eine Kirche davon ist die Pfarrkirche Sankt Katharina, welche zugleich die älteste und sehenswerteste Kirch ist. Die Kirche wurde schon am 26.08.1452 zu Ehren der Heiligen Katharina von Alexandrien – also der Namenspatronin der Kirche und dem Heiligen Nikolaus geweiht. Die Weihung der Kirche nahm damals der Bischof von Brixen vor. Die Stelle, an der die Katharina-Kirche steht, gilt als älteste heilige Stätte des Ortes. Schon im Jahr 1347 wird nämlich die Existenz eines Gotteshauses an dieser Stelle erwähnt.

Jan Mati Pescoller hatte die Pfarrkirche renoviert. Eine Restaurierung wurde im Jahr 1995 durchgeführt.

Wer heute die Kirche besucht, der sollte vor allem dem Flügelaltar, einem spätgotischen Altar, besondere Aufmerksamkeit schenken. Dieser enthält einerseits unterschiedliche Reliefs, andererseits aber auch Malereien vom Tod der Heiligen Katharina und von weiteren Heiligen. Bei dem Flügelaltar, der um 1520 von der Werkstatt Ruprecht Potsch hergestellt und im Jahr 1975 grundlegend restauriert wurden, handelt es sich um den einzig erhaltenen Flügelaltar des gesamten Gadertales. Sehr gut erhaltene Freskenmalereien sind in der Apsis der Kirche zu sehen. Katharina von Alexandrien ist auch auf der linken Seite der Kirche auf dem ältesten Wandgemälde zu sehen.

Kirche zum Heiligen Herzen Jesu

Eine neuere Kirche ist die Kirche zum Heiligen Herzen Jesu. Bei dieser Kirche handelt es sich um eine moderne, im Jahr 1959 geweihte Kirche, bei der bereits am Eingang die Grundsymbole auf den christlichen Glaubens aufmerksam machen. Diese sind als Reliefs in das Bronzeportal eingearbeitet. Alpha und Omega stehen dafür, dass Jesus Christus der Anfang und das Ende von allem ist.

Im Inneren der Kirche kann man erfahren, dass es sich um einen lichtdurchfluteten Kirchenbau handelt. Das Licht kommt durch die Glasfester, die unter anderem Katharina von Siena, den Heiligen Franziskus von Assisi (s. auch Franziskuskirche, Seiser Alm), Bernhard von Aosta und die vier Evangelisten darstellen.

Der Altarraum ist mit einem hellen Marmorbelag ausgestattet. Der Altar bildet zu dem hellen Marmorbelag einen guten Kontrast, da diese aus einem dunklen Marmor besteht.

Weitere Artikel zum Thema: