Lamprechtsburg

Die Lamprechtsburg im Pustertal

Sicherlich zählt die Lamprechtsburg, welche sich im Südtiroler Pustertal nahe der Stadt Bruneck befindet, nicht zu den bekanntesten Burgen. Geschichtsbücher geben relativ wenig Auskunft über die Lamprechtsburg, welche auf Italienisch Castel Lamberto genannt wird und im Mittelalter erbaut wurde.

Kennzeichnend für die Lamprechtsburg ist, dass es sich hier um eine sogenannte Spornburg handelt. Alleine dies macht die Lamprechtsburg zu einem sehenswerten Gemäuer in den Reihen der zahlreichen Südtiroler Burgen.

Als Sporn wird ein Bergvorsprung bezeichnet, der an mindestens zwei Seiten steil ins Tal abfällt. Auf genau so einem Sporn wurde die Lamprechtsburg erbaut, dessen Sporn, auf dem sie steht, sogar an drei Seiten in die Rienzschlucht im Südtiroler Pustertal bei Bruneck abfällt und hier sprichwörtlich über ein Stück des „grünen Tales“, wie das Pustertal auch genannt wird, thront. Der Grundriss der Lamprechtsburg wurde oval angelegt. Die Burganlage eignete sich hervorragend als Wehrburg, da sie von einer Ringmauer vollständig umgeben ist. Festzuhalten bleibt, dass die Lamprechtsburg alles andere als eine prunkvolle Burg ist. Sowohl das Ausmaß der Burganlage noch die Ausstattung zeugen davon, dass die Burg seit ihrem Beginn eher schlicht erbaut wurde. So besteht die gesamte Burganlage aus einem Turm, einem Zwinger, einem Palas und einer Kapelle.

Die Geschichte der Lamprechtsburg

Die Lamprechtsburg hat ihren Namen von einer Kapelle erhalten, die an der Stelle erbaut wurde, an der heute die Burgkapelle steht. Diese Kapelle war dem Heiligen Lambertus geweiht. Entsprechend einer Kennzeichnung in Urkunden, die aus den Jahren 1075/1090 stammen, findet die Kapelle unter dem Namen „ad sanctum Lantpertum“ ihre Erwähnung. Diese Kapelle soll dann von Graf Albert von Tirol zu einer hölzernen Wehranlage erweitert worden sein.

Die Lamprechtsburg sollte einst gegen das Hochstift Brixen wirken, welches an der Burg entsprechende Begehrlichkeiten hatte. Gründe, weshalb dies so gewesen sein soll, wurden leider nicht überliefert. Daher handelt es sich heute, wie auch bei der gesamten Entstehungsgeschichte der Burg, lediglich um Vermutungen.

Aufgrund urkundlicher Nachweise kann heute jedoch sicher gesagt werden, dass die einstige Holzkonstruktion der Burganlage durch eine Steinbefestigung ersetzt wurde und als Lehen des Brixener Fürstbistums im Jahr 1229 an die Herren von Lamprechtsburg kam. Zwar hatte Karl IV. die Lamprechtsburg erobert, konnte diese allerdings nicht halten, so dass sie wiederum an die Fürstbischöfe zu Brixen kam.

In der Folgezeit waren Bürgerliche die Besitzer der Lamprechtsburg. Unter anderem konnte sich Konrad Stuck, ein Brunecker Bürger, als Eigentümer der Burg bezeichnen. Aufgrund des Fehlens von männlichen Erben ging sie im Jahr 1379 wieder an das Brixener Hochstift, welches für die Pflege knappe 200 Jahre lang amtliche Pfleger einsetzte.

Im Jahr 1692 gelangte die Lamprechtsburg erneut in Privatbesitz und im Jahr 1812 an einen Priester. Die Nachfahren des Priesters sind noch heute die Eigentümer dieser Spornburg bei Bruneck.

Im Palas der Lamprechtsburg ist eine Gaststätte untergebracht, die für das leibliche Wohl der Gäste sorgt. Sicherlich vermittelt diese Gaststätte ein bestimmtes Flair, wie die Leute früher auf der Burg gelebt haben. An den Wänden der Gaststätte sind nämlich Originaltäfelungen, welche aus dem Mittelalter stammen, zu bestaunen.

Die Sage aus der Gegend der Lamprechtsburg

Südtirol ist für seine zahlreichen Sagen und Geschichten bekannt. So gibt es auch eine Geschichte, welche sich in der Gegend der Lamprechtsburg einmal ereignet haben soll.

Der Herr von Vintler soll vor langer Zeit eines Nachts auf der Jagd gewesen sein und von Bruneck aus auf die Lamprechtsburg gestiegen sein. An einer Wegkreuzung fand er einen Waschtrog, welcher mit sauber geputzten Schweinezähnen randvoll war. Von diesen Schweinezähnen nahm er drei Stück mit, um sie seiner Frau zu schenken. Als er die Schweinezähne am nächsten Tag seiner Frau übergeben wollte, stellte er fest, dass sich diese in Geldstücke verwandelt haben. Er eilte sofort wieder zu der Stelle zurück, an der am Vorabend der Waschtrog stand, um diesen vollständig auszuräumen. Herr von Vintler wurde allerdings maßlos enttäuscht, denn der Waschtrog war spurlos verschwunden.

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