Schloss Englar

Das Schloss Englar in Südtirol

Etwas oberhalb von St. Michael/Eppan befindet sich am Fuße des Mendelgebirges das Schloss Englar. Das Schloss soll das stilreinste gotische Schloss von ganz Südtirol sein und beherbergt heute auch ein Hotel. In unmittelbarer Nähe des Schlosses ist auch eine Schlosskapelle zu finden.

Das Schloss Englar besteht aus zwei eng verbundenen Baukörpern. Der westliche Trakt ist mit Erkern ausgestattet. Der große Schlosshof wird von einer Ringmauer und mehreren Nebengebäuden umschlossen.

Das Erscheinungsbild des Schlosses wird durch das hohe und steile Walmdach geprägt. Die Erker, Fenster und Türen und auch das im Erdgeschoss befindliche Gewölbe sind im typischen Stilcharakter der Südtiroler Spätgotik erbaut worden.

Die Geschichte des Schlosses

Das Schloss Englar wurde auf einem Porphyrfelsen erbaut. Die erste Erwähnung des Schlosses erfolgte bereits im Jahr 1256.

Das Schloss wurde als Herrschaftssitz der Adelsfamilie Firmian aus Überetsch als Herrschaftssitz und nicht zu Verteidigungszwecken errichtet. Erbaut wurde das Schloss im damaligen neuen Stil der Gotik durch Christoph von Firmian, dem Kanzler des Kaisers Maximilian. Christoph von Firmian verstarb im Jahr 1486 und damit noch vor Fertigstellung des Schlosses, sodass sein Sohn Bartholomäus von Firmian Besitzer von Schloss Englar wurde.

Der östliche Trakt des Schlosses wurde um das Jahr 1480 errichtet. Der westliche Trakt wurde im Jahr 1526 vollendet.

Nachdem Bartholomäus von Firmian im Jahr 1528 verstorben ist, ging das Schluss in den Besitz des Grafen Kaspar Thon über. Dessen Sohn Arbogast verkaufte Schloss Englar im Jahr 1621 an die Familie Grafen Khuen-Belasi, die es noch heute bewohnen und damit bereits seit fast vier Jahrhunderten besitzen.

Im 17. Jahrhundert sollte die Schlossanlage vergrößert werden. Hierzu hat man mit dem Zubau begonnen, welcher jedoch nicht fertiggestellt wurde. Dennoch sind die Mauerreste vorhanden. Die Anlagenerweiterung wird heute für Feste und Feierlichkeiten genutzt.

Im Jahr 2015 wurde die Schlossanlage umfangreich renoviert.

Schlosskapelle des Schlosses Englar

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Schlosskapelle begonnen. Hierbei handelt es sich um eine kleine gotische Kirche, welche nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1475 dem Heiligen Sebastian geweiht wurde. Erbauer der Kirche war – wie auch des Schlosses – Christoph von Firmian. Die Inschrift am Triumphbogen und die Jahreszahl erinnert an den Erbauer und das Jahr der Weihung.

Bei dem Bau der Schlosskapelle handelt es sich um einen gotischen Bau, der über insgesamt zwei Spitzbogenportale verfügt. Sehenswert ist das Portal an der westlichen Seite; dieses wurde mit Schildhaltern in Engelsgestalt in aufwendiger Steinmetzarbeit verziert.

Das Langhaus der Kapelle erhält sein Licht über die Südseite. Der spätmittelalterliche Baustil zeigt sich auch über den quadratischen Turm und dem Altar mit seiner mächtigen Rotmarmorplatte.

Der Hochaltar wurde vom Franz Altmutter, einem Wiener Künstler, im 18. Jahrhundert geschaffen. Dieser zeigt unter anderem den Heiligen Sebastian. Sehenswert sind in der Schlosskapelle auch die Seitenaltäre, welche aus dem Jahr um 1740 stammen und geschwungene Giebeln und kostbare Furniere aufweisen.

Die Steinmetzarbeiten der Kirche von Schloss Englar lassen vermuten, dass hier die gleichen Handwerker im Einsatz waren, welche auch den Dom in St. Pauls, die Kirche Unser Lieben Frau in Neumarkt und die Meraner Stadtpfarrkirche mitgestaltet haben.

Die Kapelle zum Heiligen Sebastian wurde im Jahr 2015 generalsaniert.

Hotel im Schloss Englar

Im Schloss Englar ist ein Hotel untergebracht. Hier kann ein Urlaub in dem historischen Gemäuer genossen werden, bei dem die lange Geschichte des Schlosses förmlich zu spüren ist.

Das Hotel verfügt über insgesamt acht Zimmer, einen großen Rittersaal mit einem offenen Kamin. Zudem gibt es im Garten ein Freischwimmbad.

Namensgebung

Der Name „Schloss Englar“ wurde von „in glara“ – einem mittelalterlichen Begriff – abgeleitet. Dieser Begriff bedeutet „im Schottertal“; dieser Begriff wurde deshalb gewählt, weil es in der Gegend rund um das Schloss Englar bedingt durch den in der Nähe befindlichen Furglauer Wildbach oftmals zu Vermurungen kam.

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