Schloss Welsperg

Schloss Welsperg im Pustertal

Im Pustertal in Südtirol befindet sich die Gemeinde Welsberg, ein beliebter Urlaubsort in der Ferienregion Kronplatz. Oberhalb von Welsberg thront auf einem Felsvorsprung das Schloss Welsperg, welches auf einer Höhe von 1.150 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Das Schloss zu besichtigen lohnt sich aus mehreren Gründen. Zum einen ist das Schloss an sich sehenswert, aber auch der Rundweg, der zu dem Schloss führt, ist ein Erlebnis für sich. Und wer in den Sommermonaten das Schloss Welsperg aufsucht, dem bieten sich zudem noch Möglichkeiten, zahlreiche Ausstellungen und Konzerte zu besuchen, die hier veranstaltet werden.

Geschichte des Schlosses

Die Brüder Schwikher und Otto von Welsperg hatten ab dem Jahr 1126 zunächst den Bergfried bauen lassen. Bei diesem Bergfried handelt es sich um einen unverhältnismäßig hohen Bergfried, wenn man diesen zu den Dimensionen der gesamten Schlossanlage betrachtet. Die Errichtungsphase des Bergfrieds dauerte bis zum Jahr 1140. Vom Bergfried aus wollte man die Umgebung beobachten, um eventuelle Angreifer zeitig zu entdecken. Er sollte aber auch als Bollwerk dienen, damit man den Angreifern Paroli bieten konnte.

Schloss Welsperg

Nachdem der Bergfried errichtet war, wurden um diesen der Palas mit Wirtschaftsgebäuden errichtet. Eine romanische Kapelle wurde ebenfalls erbaut.

Im 15. und im 16. Jahrhundert wurde die Burg Welsperg umgebaut und beträchtlich erweitert. Das bisher schlimmste Jahr war das Jahr 1765. Ein Feuer wütete auf Schloss Welsperg und hatte große Teile des Palas zerstört.

Die Familie von Welsperg behielten die Burg Welsperg über acht Jahrhunderte in ihrem Familienbesitz. Darüber hinaus erwarb Georg von Welsperg im Jahr 1359 die Burg Thurn, welche sich in Taisten, einer Fraktion von Welsberg, befindet. Heute ist die Burg Thurn, die übrigens nicht mit Schloss Thurn in Sankt Martin in Thurn (Gadertal in Südtirol) verwechselt werden sollte, schon zur Ruine verfallen.

Herren von Welsperg

Die Herren von Welsperg gehören zu den bedeutendsten Familien von Tirol. Zunächst begann der politische und gesellschaftliche Aufstieg der Familie, als diese die Untervögte der Grafen von Tirol und von Görz waren. Sie verstanden es, sowohl ihre Bedeutung als auch ihr Vermögen durch geschickte Tätigkeiten in Verwaltung, Handel und Bergbau, aber auch durch eine geschickte Heiratspolitik zu steigern. Der Höhepunkt der Machtentfaltung der Herren von Welsperg war durch die Verleihung des Grafentitels seitens Kaiser Leopold I. erreicht.

Guidobald war damals von Kaiser Leopold I. der offizielle Berater. Im April 1362 erhielt der Baron Guidobald von Welsperg und Primör den Titel vom Kaiser Leopold I. verliehen, der sich alsdann als Graf des Römischen Reiches deutscher Nation bezeichnen durfte.

Die Anlage von Schloss Welsperg

Das Schloss Welsperg hat einige Besonderheiten im Vergleich zu einer herkömmlichen Burganlage. Daher wird die Burganlage im Fachjargon auch als „Kernburg“ bezeichnet. Es fällt nicht schwer, dass der nahezu überdimensionale Bergfried eine Besonderheit an sich ist. Im Vergleich zur Größe der gesamten Anlage des Schlosses rage dieser in überdimensionaler Höhe in den Himmel.

Zur Besichtigung von Schloss Welsperg empfiehlt sich, den schön angelegten Rundweg zu nehmen. Vom Dorfzentrum von Welsberg führt zunächst ein – übrigens gut beschilderter – Weg bis zur Mittelschule. Von hier geht es nach einem kurzen Anstieg hinauf bis zum Schloss Welsperg, welches zunächst von südlicher Seite, an der sich auch der Eingang befindet, besichtigt werden kann. Der Rundweg führt dann durch ein kurzes Waldstück weiter und verläuft dann entlang des Gsieser Baches wieder zum Ausgangspunkt zurück. Wer möchte, kann hier eine Abzweigung nehmen und zusätzlich die Burgruine Thurn nehmen. Allerdings ist hierzu ein ziemlich steiles Waldstück zu überwinden.

Erwähnenswert sind die am Rundweg um Schloss Welsperg aufgestellten „Kunstwerke“, welche jedem, der den Rundweg läuft, sofort ins Auge stechen. Am Wegrand können auffallende Figuren, welche aus bemalten Holzplatten gefertigt wurden, oder andere gebastelte Gegenstände bewundert werden. Darunter ist beispielsweise auch ein aus Lärchenholz gefertigter Thron. Jene kleinen Kunstwerke wurden vom ansässigen Forstamt, von Schülern und Vereinen von Welsberg gefertigt, die sich für den Rundweg etwas Außergewöhnlichen einfallen ließen.

Wer möchte, kann das Schloss Welsperg auch von innen besichtigen. Hierzu bietet sich jährlich von Juli bis September die Möglichkeit. In den Sommermonaten finden auf Schloss Welsperg auch interessante Konzerte und Ausstellungen statt, die zusätzliche Anreize zum Besuch von Schloss Welsperg geben.